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Vom Dorf zur großen Kreisstadt Mössingen

Auf Zeitreise durch Mössingen und die Stadtteile Belsen, Bad Sebastiansweiler und Bästenhardt

03.02.2020
Vergangene Zeiten: Morgendliche Milchabgabe beim Milchhaus Belsen (o.),

Vergangene Zeiten: Morgendliche Milchabgabe beim Milchhaus Belsen (o.),

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Kulturelle Ereignisse, Wahrzeichen, die wirtschaftliche Orientierung und nicht zuletzt ganz besondere Bürger prägen das Bild einer Gemeinde über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg – auch in Mössingen und den Stadtteilen Belsen, Bad Sebastiansweiler und Bästenhardt. Der Blick zurück fördert nicht nur Geschichte zutage, sondern auch Geschichten. Berichtenswert ist vieles. 

Mössingen 

774 nach Christus wurde Mössingen zum ersten Mal urkundlich erwähnt, in der Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch. 1567 wurde das Alte Rathaus gebaut, um 1780 die Schweizerstraße, heute B27. 1899 erhielt Mössingen als erste Landgemeinde den Anschluss an das Fernsprechnetz Tübingen, 1901 bekam Mössingen ein Elektrizitätswerk. 1962 wurde das Freibad, 1975 das Hallenbad eingeweiht. 1974 wurde Mössingen dann zur Stadt erhoben. 2006 knackte man erstmals die 20 000 Einwohner-Grenze, und seit dem 1. Januar 2009 darf sich Mössingen „Große Kreisstadt“ nennen.

Ein Wahrzeichen von Mössingen ist der Bergrutsch. Im April 1983 gerieten am Hirschkopf nach starken Regenfällen rund vier Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist Mössingen außerdem wegen der ehemaligen, seit 2004 unter Denkmalschutz stehenden Textilfabrik Pausa. Ein Teil der Gebäude auf dem Areal ist bereits saniert. 2011 zog die Stadtbücherei in die Tonnenhalle. 2018 wurde das integrativ geführte Café Pausa eröffnet. Viele Besucher, vor allem Patienten, zieht auch das 2016 eingeweihte Gesundheitszentrum in der Stadtmitte an.
  

Abriss des Kurhauses Bad Sebastiansweiler im Jahr 1982 (re.), 
Abriss des Kurhauses Bad Sebastiansweiler im Jahr 1982 (re.), 

Belsen

Belsen wurde erstmals 1342 urkundlich erwähnt. Eine der größten bisher entdeckten keltischen Viereckschanzen Baden- Württembergs befindet sich südlich von Belsen. Über dem Mössinger Teilort thront die Belsener Kapelle, die in ihrer jetzigen Form wohl um 1150 erbaut wurde. Bereits seit 1890 gibt es die Oberdorf-Grundschule im alten Ortskern. Ab 1904 hielt in Belsen die Eisen bahn an der Haltestelle Belsen / Bad Sebastiansweiler. Die Zollernbahn verkehrte ab 1869 von Hechingen nach Tübingen.

Im Lauf der Jahrzehnte wandelte sich das Dorf von der kleinbäuerlich-gewerblichen Agrargemeinde zur Wohngemeinde. In den 1990er-Jahren sorgte das Neubaugebiet „Belsener Öschle“ für Bevölkerungszuwachs. Die Erschließung des Baugebiets „Pfingstwasen Nord“ steht kurz bevor: In der Verlängerung der Federstraße und des Fliederwegs kommen knapp 30 Wohnbaugrundstücke mit Größen von rund 350 bis 730 Quadratmetern hinzu. Bis heute wird das dörfliche Leben stark von den örtlichen Vereinen sowie vom kirchlichen Gemeindeleben geprägt.

Bad Sebastiansweiler

Bereits im Mittelalter war Bad Sebastiansweiler, von Einheimischen kurz „Bad Seba“ genannt, wegen seines schwefelhaltigen Mineralwassers bekannt. 1829 erwarb der Tübinger Medizinprofessor Dr. Herrmann Autenrieth das Areal. Er erschloss die Schwefelquellen und baute sie aus. Bad Sebastiansweiler wurde zum Ort der Genesung und Erholung. Seit 1933 ist Bad Sebastiansweiler anerkanntes Heilbad. Diese Tradition wird von der heutigen Klinik, deren Herzstück der Kurpark ist, fortgeführt: unter anderem mit Schwefelbad, Rehaeinrichtung, ambulantem medizinischem Trainings- und Vitalcenter und Angeboten für Betreutes Wohnen.
  

und nach dem Orkan Lothar mit Förster Joachim Kern bei der Begutachtung der Schäden in Bästenhardt (u.). Archivbilder: Klaus Franke
und nach dem Orkan Lothar mit Förster Joachim Kern bei der Begutachtung der Schäden in Bästenhardt (u.). Archivbilder: Klaus Franke

Bästenhardt

Im größten und jüngsten Mössinger Stadtteil Bästenhardt leben mehr als 60 Nationen. Begründet wurde Bästenhardt als Mössinger Teilort Ende der 1950er-Jahre nördlich der Bahnlinie. Archäologischen Grabungen zufolge lebten in dem Gebiet aber schon viel früher Menschen. Entdeckte Grabhügel aus der Hallstatt- und Keltenzeit geben darüber Auskunft.

1958 wurde der erste Bebauungsplan für den Bereich zwischen der heutigen Butzenbad-, Tannen-, Bästenhardt- und Öhrnbachstraße erstellt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Wohnbebauung ständig erweitert: nach Westen hin zur Sebastiansweiler Straße und nach Norden hin zum Tannbachtal.

In Planung ist in dem Multikulti-Stadtteil aktuell der Neubau eines Kindergartens mit angegliedertem Kinder- und Familienzentrum und Stadtteiltreff. Im Oktober 2018 wurde der neue Jugendtreff „Hotspot“ im ehemaligen Kleingärtnerheim eröffnet. Mittlerweile hat er sich zu einem beliebten Treffpunkt für die junge Generation entwickelt.   


Auf einen Blick


774
Erste urkundliche Erwähnung Mössingens


1342
Erste urkundliche Erwähnung Belsens

1933
Bad Sebastiansweiler wird anerkanntes Heilbad

1958
Erster Bebauungsplan für Bästenhardt

Wie es früher war

Diese Verlagssonderveröffentlichung ist der Auftakt für eine Zeitreise durch Mössingen: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet drei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts/Neckar Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!

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