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Neubau, Umbau & Sanierung

Unter einem Dach

Im modernen Geo- und Umweltforschungszentrum der Universität Tübingen sind jetzt alle Fachbereiche vereint.

10.05.2021
Das 100 Meter lange und 50 Meter breite neue Forschungsgebäude bietet Platz für modernste Labore, Werkstätten, Seminarräume, Hörsaal, Büros und Kommunikationsbereiche. Bilder: Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Das 100 Meter lange und 50 Meter breite neue Forschungsgebäude bietet Platz für modernste Labore, Werkstätten, Seminarräume, Hörsaal, Büros und Kommunikationsbereiche. Bilder: Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Großflächige Verglasungen in Verbindung mit Sichtbeton – modern präsentiert sich das neue Geo- und Umweltforschungszentrum (GUZ) auf dem Campusplatz der Morgenstelle Tübingen, wo es den südlichen Abschluss bildet. Durch den räumlichen Verbund mit den anderen naturwissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Campus sollen Synergieeffekte erzielt und ein interdisziplinärer Austausch gefördert werden. „Im Geo- und Umweltbereich liegen zahlreiche relevante Themen für die Zukunft unserer Gesellschaft – sei es die Verfügbarkeit von sauberem Wasser, die Reduzierung von Schadstoffbelastungen in der Umwelt, die Rohstoffversorgung oder die Entwicklung des globalen Klimas“, sagte Ministerialdirektor Ulrich Steinbach bei der feierlichen Eröffnung im April.

REIK Ingenieurgesellschaft
Sinfiro GmbH & Co. KG
Ingenierbüro Thomas Sailer
Ingenieurbüro Helle GbR

Die verschiedenen Fachbereiche der Geo- und Umweltwissenschaften waren bisher auf zehn verschiedene Standorte in der Stadt verteilt. Mit der Zusammenführung unter einem Dach wurden beste Voraussetzungen für Spitzenforschung geschaffen. 10 000 Quadratmeter stehen hier für Lehr- und Forschungsräume auf insgesamt sechs Ebenen mit einem zusätzlichen zurückgesetzten Technikgeschoss zur Verfügung.

Die Gliederung ist klar und durchdacht: Die Lehrräume wie Hörsaal, Seminarräume und Praktikumslabore befinden sich im Norden direkt am Campusplatz, wo sich auch der Haupteingang befindet. Das großzügige, dreigeschossiges Foyer bietet Kommunikationsbereiche zum Lernen und Austausch an. Eine Wendeltreppe mit dem Charakter einer Raumskulptur führt auf kurzem Wege zu den Lehrräumen ins Obergeschoss. Auf der West- und Südseite befinden sich die Büros, im Osten die Labore. Im südlichen Block sind weitere Sonderlabore untergebracht. Zwei Innenhöfe sorgen für viel Licht auch in den innenliegenden Räumen. In der Mittelzone des Gebäudes lädt die offene Teeküche zum Austausch und gemeinsamen Lernen ein. An den Wänden ist ein Leitsystem angebracht, das das Schichtenprinzip „von grob nach fein“ aufnimmt: Auf der untersten Ebene befinden sich die Werkstätten der Gesteinsaufbereitung, die Reinräume liegen ganz oben. „Die bodentiefe Verglasungen lassen viel Licht in die Räume“, erklärt Ute Roming, Projektleiterin von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, „die darüber angebrachten Lüftungsklappen sorgen für eine Nachtspülung und für eine natürliche Be- und Entlüftung in den Büros an der West- und Südseite.“ Dank der baulichen Verschattung mit Wartungsbalkonen bedarf es keines zusätzlichen Sonnenschutzes an den Fenstern. Die Gebäudehülle hat eine Wärmeschutzqualität entsprechend eines Passivhauses. Auf dem extensiv begrünten Dach rundet demnächst eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 70 Kilowatt- Peak das Energiekonzept ab.


Das Institutsgebäude wurde als Stahlbetonkonstruktion errichtet. „Dank des außenliegenden Tragwerks bedarf es im Inneren des Gebäudes nur wenig stützender Säulen“, sagt Roming, „somit ist eine hohe Flexibilität in der Nutzung der Räumlichkeiten gegeben.“ Besonderen Wert legte das Planungsteam auf die Robustheit der Materialien, gepaart mit einem hohen Gestaltungsanspruch: Sichtbetonwände und -decken und beschichtete Böden bestimmen das Bild, besondere Akzente setzt die Ausstattung mit Eichenholz im Hörsaal und im Foyer. Die innenliegende Fassadenverkleidung besteht aus Naturstein, dem in Baden- Württemberg gebrochenen Gauinger Travertin.

Die Universität nutzt das neue Forschungsgebäude bereits seit Ende des vergangenen Jahres. „Die Rückmeldungen sind sehr positiv“, sagt Roming zufrieden.

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