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Familie, Fitness & Gesundheit

Üben für den Alltag

Mit der Ergotherapie wird die Handlungsfähigkeit kranker oder verletzter Menschen gefördert.

19.04.2021
©andreaobzerova - stock.adobe.com

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Ergotherapeuten begleiten Menschen jeden Alters, die durch Krankheit, Behinderung oder Alter Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben haben. Die Ergotherapie soll die Selbständigkeit der betroffenen Menschen erhöhen, so dass sie ihren Alltag in Beruf, Schule und Familie wieder so unabhängig wie möglich bewältigen können.

Im Rahmen der Rehabilitation, also der Wiedereingliederung nach Erkrankungen und Unfällen, gehört die Ergotherapie gemeinsam mit der Physiotherapie und Logopädie zu den wichtigsten Heilmitteln. Heilmittel sind laut der Definition des Sozialgesetzbuches äußerliche Behandlungsmethoden, die ein Arzt zur Behandlung bestimmter Erkrankungen verordnen kann. Auch Kinder mit Konzentrationsstörungen können von einer Ergotherapie profitieren. Zahlreiche Krankheitsbilder führen dazu, dass Fähigkeiten verloren gehen oder sich bei Kindern nur unzureichend ausbilden. Eine starke Einschränkung der Handlungsfähigkeit können zum Beispiel Schlaganfälle mit einer halbseitigen Lähmung oder Unfälle mit dem Verlust von Extremitäten oder einer Querschnittslähmung verursachen. Auch rheumatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder verschiedene neurologische und psychiatrische Erkrankungen können die Betroffenen erheblich einschränken. Weitere Zielgruppen für ergotherapeutische Ansätze sind Menschen mit Demenzerkrankungen und Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten. Zunehmend setzt man die Ergotherapie auch in der Primärprävention ein, also der Gesundheitsförderung und dem Vorbeugen von Krankheit und Funktionsverlust.

Wo findet eine Ergotherapie statt?

Ergotherapie wird zum Beispiel in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken angewandt. Oft findet sie auch ambulant in einer Praxis für Ergotherapie statt. Ein Arzt muss die Ergotherapie als Heilmittel verordnen. Für welche Erkrankungen und in welchem Umfang er eine ambulante Behandlung verordnen kann, regelt der Heilmittelkatalog der gesetzlichen Krankenkassen.


Schmerzen lindern

Von der Heilgymnastik zur Physiotherapie – ein Berufsbild im Wandel der Zeit.

Archivbild: Berufenet
Archivbild: Berufenet

Physiotherapeutische Leistungen sind heute fester Bestandteil der Medizin. In vielen Bereichen der kurativen Medizin und Rehabilitation sind Physiotherapeuten wichtige Partner von Ärzten und Patienten. Aber auch in der Prävention und der Palliation sind ihre Leistungen gefragt. Die Maßnahmen der Physiotherapie sind so alt wie die Medizin selbst. 1994 wurde die Berufsbezeichnung „Physiotherapeut“ deutschlandweit eingeführt und wie bisher die Berufsbezeichnung „Krankengymnast“ gesetzlich geschützt; eine neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung trat in Kraft. Am 31. März 2020 gab es über 160 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Bereich Physiotherapie in Deutschland.

Sie sind heute längst keine „Helfer der Orthopäden“ mehr, sondern arbeiten eigenverantwortlich und in enger Kooperation mit Ärzten verschiedener Fachgebiete. Die Aufgabenfelder eines Physiotherapeuten umfassen die medizinischen Bereiche der Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliation. Gestützt auf die medizinische Diagnose des Arztes erstellt der Physiotherapeut seinen Befund und entwickelt gemeinsam mit dem Patienten individuelle Behandlungspläne, um Störungen der Gesundheit zu beseitigen sowie Funktionen und Fähigkeiten zu erhalten, wiederherzustellen und zu verbessern. Darüber hinaus wird der Physiotherapeut eigenverantwortlich in der Prävention zur Vermeidung von Gesundheitsstörungen tätig. 


Gezielte Griffe

Physiotherapie: eine an der Physiologie und Pathologie orientierte Bewegungstherapie

Erfahrene Physiotherapeuten lösen durch gezielte Behandlungen schmerzhafte Verspannungen. Bild: djd/FrankenTherme
Erfahrene Physiotherapeuten lösen durch gezielte Behandlungen schmerzhafte Verspannungen. Bild: djd/FrankenTherme

Gewöhnlich wissen nur jene Patienten, die schon erfolgreich mit physiotherapeutischen Maßnahmen behandelt wurden, wie wirksam und hilfreich die Physiotherapie ist. Die Physiotherapie ist eine an der Physiologie und Pathologie orientierte Bewegungstherapie und nutzt spezielle Behandlungstechniken. Sie wird eingesetzt bei Störungen des Bewegungsapparates, des zentralen und peripheren Nervensystems, sowie bei Erkrankungen der inneren Organe und der Psyche. Mit ihren Behandlungskonzepten ist die Physiotherapie in der Lage, Hilfen zur Entwicklung, zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Funktionen sowohl im somatischen als auch im psychischen Bereich zu geben. Maßnahmen der physikalischen Therapie wie zum Beispiel Massagen, Elektrotherapie, Kälte- oder Wärmebehandlungen ergänzen die aktive Therapie. Immer mehr Ärzte schätzen die Physiotherapie als Alternative und Bereicherung ihres Behandlungsspektrums. Dem verstärkten Gesundheitsbewusstsein der Menschen kommt es zudem sehr entgegen, ihre Krankheiten nicht nur mit Arzneimitteln behandeln zu lassen. Als Teil der modernen Medizin entwickelt sich die Physiotherapie ständig weiter. Fort- und Weiterbildung sind daher für die Angehörigen dieses Berufes selbstverständlich.
   

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