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Neubau, Umbau & Sanierung

Trauergäste geschützt vor Regen und Wind

Das Friedhofsgebäude in Unterjesingen bietet nach Umbau mehr überdachten Platz für die Trauergäste.

18.05.2020
Die vergrößerte überdachte Terrasse mit der vorgeblendeten Holzlamellenverkleidung fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und bietet der Trauergemeinde Schutz vor Regen, Wind und Hitze. Bilder: Matthias Bruder

Die vergrößerte überdachte Terrasse mit der vorgeblendeten Holzlamellenverkleidung fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und bietet der Trauergemeinde Schutz vor Regen, Wind und Hitze. Bilder: Matthias Bruder

In Unterjesingen finden Beerdigungen oftmals mit vielen Trauergästen statt – und viele von ihnen waren bisher der Witterung ausgesetzt. „Schon lange kam in Unterjesingen deshalb der Wunsch nach einer größeren Überdachungsfläche auf, damit alle Leute im Trockenen stehen können“, sagt Architekt Matthias Bruder. Auf Antrag des Ortschaftsrats wurde die Finanzierung von Stadtverwaltung und Gemeinderat gesichert, so dass 2016 mit den Planungen begonnen werden konnte. Anfangs war auch ein kompletter Abbruch des Altbaus in der Diskussion, was jedoch nach einer Voruntersuchung verworfen wurde: „Es war mir wichtig, das alte, anfangs der 60er-Jahre erbaute Friedhofsgebäude mit seinem Glockenturm zu erhalten“, sagt Bruder und fügt hinzu: „Es gehört zum Dorf und ist ein prägender Baukörper.“
    

Zu den neuen Anforderungen an das Friedhofsgebäude zählten eine mindestens doppelt so große überdachte Fläche für die Besucher der Trauerfeiern – diese sollte sich an die 2008 erstellte Überdachungskonstruktion, mit senkrechten Glas- und Holzlamellenabschlüssen anschließen. Außerdem waren barrierefreie Zugänge zu allen Bereichen Voraussetzung für die neue Planung.
   

Trauergäste geschützt vor Regen und Wind Image 5

Entwurfs- und Ausführungskonzept

Erhalten blieb derjenige Teil des alten Friedhofsgebäudes, der die Funktionsräume beinhaltet, er wurde mit entsprechenden Umbaumaßnahmen behindertengerecht gestaltet. Die nicht barrierefreie Vorhalle wurde abgerissen, ein Teil des Bodens blieb als Podest mit Stufen erhalten, an welches nach Norden eine 1,50 Meter breite Rampe anschließt. Im östlichen Teil wurde ein barrierefreies WC eingebaut. Die gesamte Haustechnik und die Oberflächen des Altbaus wurden renoviert und eine neue elektroakustische Anlage eingebaut. Die bestehende Überdachungskonstruktion aus Stahl mit einer Holzauflage wurde um zwei Felder erweitert, sodass sie von zirka 68 Quadratmeter auf 162 Quadratmeter vergrößert wurde. Um einen stützfreien Raum zu erhalten, wurde die Dachkonstruktion mit Unterspannungen versehen, so dass komplett auf Innenstützen verzichtet werden konnte.
   


"Das Friedhofsgebäude gehört zum Dorf und ist ein prägender Baukörper."

Matthias Bruder, Architekt


Das gestalterische Prinzip des „gefilterten Lichteinfalls“, der durch die seitliche Verglasung mit der vorgelagerten Holzlamellenkonstruktion erzeugt wird, wurde fortgeführt: Diese ermöglicht eine gewisse Abgeschirmtheit der Trauerfeier und stellt gleichzeitig eine Verbindung zu den naturnahen, mit vielen Bäumen versehenen Gräberfeldern des Friedhofs her.
   

Der zeitgemäße Habitus des umgebauten Friedhofsgebäudes, die würdevolle Ausstrahlung und der achtsame Umgang mit der Bausubstanz kommen gut an. Architekt Matthias Bruder freut sich: „Die Rückmeldungen aus der Gemeinde sind bisher durchweg positiv.“
   


Matthias Bruder
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