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Kultur & Veranstaltungen

Tierisch guter Umzug

In Hirschau ist am Sonntag, 26. Januar, Tiermaskenumzug

27.01.2020
Bild: Narrenzunft Hirschau

Bild: Narrenzunft Hirschau

Die Narrenzunft Hirschau feiert dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum ihrer Maskengruppe „Feurige Hunde“ und sogar 50 Jahre „Närrisches Kurorchester“. Ein perfekter Anlass, zu feiern und wieder einmal einen der legendären Hirschauer Tiermaskenumzüge zu veranstalten. Die Jubiläumsfeierlichkeiten machen Hirschau am Samstag, 25., und Sonntag, 26. Januar, zur tierischen Fasnetshochburg.

Tiermaskenumzüge

Eines der beliebtesten Fasnetsthemen sind seit Jahrhunderten D Tiere. Im kirchlich dominierten Mittelalter waren sie keineswegs Sympathieträger. Sie wurden als Sinnbild für GutundBöse,Tugenden und Laster, sowohl für Gott als auch für den Teufel herangezogen. So symbolisieren der Pfau den Hochmut, der Esel die Trägheit, der Bock die Geilheit und die Wollust, das Schwein die Fresssucht, der Hund den Neid, die Kröte die Habsucht und der Löwe den Zorn. Das sind die sieben menschlichen Laster.

Eselsohren, Fuchsschwänze, Pfauenfedern und Hahnenkamm zieren heute noch manche Narrenkappen.
  

1992 besuchte der Hirschauer Jürgen Faiß einen Fasnetsumzug in Pfronstetten. Zahlreiche Zünfte mit Tiermasken waren vertreten. Er dachte sich: „Zu unseren Äschadrepplern und zu den Feurigen Hunden noch die Obernauer Esel, die Poltringer Bockmoster, die Eutinger und die Schwalldorfer Bären, die Rälle aus Zwiefalten und die Geißen aus Hayingen einladen, und schon haben wir ein närrisches Tiermaskentreffen.“

So kam es am 17. Januar 1993 zum ersten Tiermaskentreffen in Hirschau, 16 Zünfte waren beteiligt. Das Tiermaskentreffen kambeimnärrischen Volk so gut an, dass schnell die Entscheidung fiel, dieses Ereignis regelmäßig zu wiederholen. Fünf Mal war dies seither der Fall.

Auch andere Zünfte richten in der Zwischenzeit solche Tiermaskentreffen aus. Das originale Tiermaskentreffen jedoch hat seinen Ursprung in Hirschau – und hierher kommt es immer wieder zurück, so auch in diesem, dem Jubiläumsjahr. 48 Zünfte nehmen am Sonntag, 26. Januar, Aufstellung, wenn es um 13.30 Uhr einmal durch den Ort Richtung Hartmann-Halle geht.
     

Programm
  

Samstag, 25. Januar
20 Uhr Jubiläumsabend

Sonntag, 26. Januar
6.30 Uhr närrisches Wecken des Fleckens
9.30 Uhr ökomenische Narrenmesse in St. Ägidius
13.30 Uhr großer Tiermaskenumzug.

Donnerstag, 20. Februar
20.30 Uhr Nacht der Narren

Freitag, 21. Februar
20 Uhr großer Brauchtumsabend

Samstag, 22. Februar
20.30 Uhr großer Fasnetstanz

Montag, 24. Februar
20.30 Uhr Rosenmontagsball

Der Macher fehlt
    

Stefan Hartmann gründete die Zunft
     

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Das Jubiläumswochenende der Hirschauer Narrenzunft ist die erste große Fasnetsveranstaltung seit ihrer Gründung im Jahr 1966 ohne Stefan Hartmann. Der Gründer und langjährige Zunft- und Ehrenzunftmeister ist kurz vor seinem 87. Geburtstag im Dezember vergangenen Jahres gestorben.

Hartmann hat die Zunft mit einer kleinen Schar Gleichgesinnter aus der Taufe gehoben und 35 Jahre lang geleitet. Unter seiner Regie wurde 1973 eine Zunftstube in die alte Riedkelter eingebaut, 1984 ein Lagerraum an die Turn- und Festhalle angebaut und von 1987 bis 1991 eine 1000 Quadratmeter große neue Zunfthalle in Eigenleistung errichtet. Er selbst hat nach Zunftangaben mehr als 2000 Arbeitsstunden auf den Baustellen geleistet – die Zunfthalle trägt selbstverständlich heute auch seinen Namen.
     

Der Hirschauer war über 60 Jahre mit seiner Frau Zita verheiratet (sie ist 2016 gestorben) und Vater von vier Kindern. Als Gründer der Firma Gebrüder Hartmann Bauunternehmung OHG machte er sich im Jahre 1961 selbstständig. Im Hirschauer Industriegebiet erwarb er ein Grundstück und baute dort im Jahr 1970 ein neues Betriebsgelände mit Wohnhaus und Büro. In Spitzenzeiten beschäftigte die Firma, in die er 1980 eine Zimmerei-Abteilung integriert hatte, über 80 Mitarbeiter. Seit dem Jahr 2000 war er im Ruhestand. Seine Söhne Dietmar und Ralf Hartmann führten ab diesem Zeitpunkt die Gebrüder Hartmann e.K und Holzbau Ralf Hartmann als eigenständige Firmen weiter.

Nicht nur bei der Zunft galt er als „Macher“, sondern auch in seinem zweiten Hobby als Brieftaubenzüchter, wo er über 40 Jahre Vorstand war. Zeitweise besaß er über 250 Brieftauben, mit denen er jedes Jahr an Flug-Wettkampf-Meisterschaften teilnahm. Einmal reichte es ihm sogar bundesweit zum 8. Platz im Gesamtklassement.

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