Anzeige

Bauen, Wohnen & Garten

Stiftung durch Ehepaar Irene und Pius Brändle

Am Sonntag ist die digitale Einweihung und Segnung der neuen Aussegnungshalle Empfingen

15.01.2021
Das Ehepaar Irene und Pius Brändle bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner. Bilder: Gemeinde Empfingen

Das Ehepaar Irene und Pius Brändle bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner. Bilder: Gemeinde Empfingen

Übermorgen, am Sonntag, 17. Januar, erfolgt die Einweihung und Segnung der neuen Aussegnungshalle auf dem Empfinger Friedhof – Corona-bedingt allerdings nur in kleinem Kreis.  

„Das Ehepaar Brändle kam Ende 2018 auf mich als Bürgermeister der Gemeinde Empfingen zu mit dem Wunsch, eine neue Aussegnungshalle auf dem Friedhof zu stiften“, erklärt Ferdinand Truffner. Nach Gemeinderatsbeschluss und Beauftragung des Büro Gfrörer wurden daraufhin verschiedene Möglichkeiten eruiert. Schließlich einigte sich der Arbeitskreis Aussegnungshalle, der aus Vertretern der beiden christlichen Kirchen, dem Bestattungsunternehmen Einklang, Friedhofsverwaltung, Baubetriebsamt, Gemeinderäten und Bürgermeister sowie natürlich dem Spender-Ehepaar besteht, auf die nun realisierte Variante. Mit Tobias Kammerer konnte Bürgermeister Truffner unter Begleitung von Dekan Alexander Halter und Pfarrer Christoph Gruber einen namhaften „Kirchen-Künstler“ gewinnen.

Nach dem Abriss der alten Leichenhalle erfolgte im März 2020 der – digitale – Spatenstich für die neue Aussegnungshalle in Empfingen.

Das Herzstück der neuen Aussegnungshalle bilden das Kreuz sowie die Malerei auf der Stirnseite, welche der in Rottweil geborene Künstler auf Sichtbeton geschaffen hat. „Die zentrale Farbe der Malerei hier ist Rot. Rot ruft im Wesentlichen zwei starke Assoziationen hervor: Blut/Leid/Opfer/Martyrium und Liebe. Über der roten Malerei ist eine goldgelbe Farbe. Dies ist ein Verweis auf die aufgehende Sonne. Ein Symbol des Neuanfangs, der Auferstehung, aber auch für die Gottherrlichkeit. Im Zentrum ist ein Kreis bildkünstlerisch gezeichnet. Er steht für den Erdkreis und für Gemeinschaft. Christus verheißt uns die Auferstehung und das ewige Leben. Und der vertikale Strich bringt dies zum Ausdruck. Unten beginnt er in blau. Blau steht für Glaube und Treue. Er geht nach oben in einen purpurfarbenen Streifen über, welcher sich auf der Decke fortsetzt. An der linken Fensterseite sind sieben Tafeln angebracht, welche die Werke der Barmherzigkeit zeigen. Das Rednerpult, der Leuchter und der Urnentisch sind zweifarbig gestaltet. Dies nimmt das zentrale Thema der Gestaltung, Opfertod und Auferstehung/Erlösung, wieder auf. Eine oxidierte Seite steht für die Vergänglichkeit und eine goldene Seite für die Vision der Wiederkehr des Paradieses“, erläutert Kammerer seine Kunst.

Insgesamt kann die Aussegnungshalle für hundert Personen gestuhlt werden. Die ganze Ausstattung ist sehr hochwertig: Der Boden ist fugenlos, die Infrarotheizung in die Decke integriert. Die Beleuchtung lässt sich mittels einer Zeitschaltuhr je nach Tageszeit einstellen. Im Übrigen sind auch die ökumenischen Liederbücher zu Bestattungen neu.

Das Nebengebäude beherbergt den Aufbahrungsraum, eine Kühlzelle, das Pfarrerzimmer sowie die Technik und Toiletten. Von außen zugängliche behindertengerechte Besuchertoiletten sowie ein mit dem Empfinger Ortswappen versehener Glockenturm runden das harmonische Ensemble ab.

„Insgesamt ist die neue Aussegnungshalle modern und würdevoll zugleich“, konstatiert der Empfinger Bürgermeister. Die Kosten belaufen sich auf zirka 1 Million Euro. Das Ehepaar Irene und Pius Brändle spendete einen niedrigen siebenstelligen Betrag. Für die Kunst im Neubau spendete der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) 10 000 Euro. Das für die Planung und Bauleitung beauftragte Büro Gfrörer hat 4000 Euro für das E-Piano in der Aussegnungshalle gespendet.

Die Einweihung am Sonntag wird aufgezeichnet und als Film auf Youtube eingestellt. Zudem ist ein 3 D-Rundgang als Alternative zum eigentlich geplanten „Tag der offenen Tür“ geplant, der später zusammen mit einem „Tag des offenen Friedhofs“ nachgeholt werden soll.

Datenschutz