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Bauen, Wohnen & Garten

Schutz vor Einbrechern

Sinnvoll: mechanische Sicherungen und aufmerksame Nachbarn

25.05.2020
Türen und Fenster können problemlos einbruchsicher nachgerüstet werden. In diesem Fall wäre es allerdings vermutlich sinnvoll, die komplette Tür samt Zarge auszutauschen.

Türen und Fenster können problemlos einbruchsicher nachgerüstet werden. In diesem Fall wäre es allerdings vermutlich sinnvoll, die komplette Tür samt Zarge auszutauschen.

Die Mehrzahl aller Einbrüche wird nicht von Profis verübt, sondern von Gelegenheitstätern, die zumeist versuchen, mit einfachen Hebelwerkzeugen Fenster und Türen aufzubrechen. Doch schon einfache Maßnahmen können helfen, einen Einbruch zu verhindern. 

Entgegen landläufiger Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, also zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, aber auch am frühen Abend oder an den Wochenenden. Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen. 

Wie für das Jahr 2018 verzeichnet die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik auch für 2019 einen Rückgang beim Wohnungseinbruch. Insgesamt wurden 87.145 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche erfasst, 2018 waren es 97.504 (2017: 116.540). Die Aufklärungsquote lag 2018 bei 17,4 Prozent. Die Einbrecher verursachten im vergangenen Jahr einen Schaden (nur Diebesgut/Beute) von 291,9 Millionen Euro (2018: 260,4 Mio. Euro). Eingebrochen wurde meist über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- beziehungsweise Fenstertüren. Die Quote der gescheiterten Einbrüche, also der Einbruchsversuche, ist nahezu unverändert (2019: 45,3 Prozent, 2018: 45,4 Prozent). Denn durch richtiges Verhalten und eine effiziente Sicherungstechnik können viele Einbrüche verhindert werden.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

• Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.
• Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
• Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck.
• Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.
• Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.
• Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei.
• Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, wie zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter.

Mechanischer Schutz

Zusätzlich empfiehlt die Polizei eine mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste erst gar nicht hineinkommen. Ergänzende Sicherheit bietet zum Beispiel eine Einbruch- und Überfall-Meldeanlage. Damit werden Einbruchsversuche automatisch gemeldet und man kann den Alarm bei Gefahr auch selbst auslösen.

Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627ff. ab der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchschutz. Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt. Wer gerade umbaut oder renoviert, sollte neben der richtigen Wärmedämmung oder dem altersgerechten Umbau von Anfang an auch aufeinander abgestimmte technische Sicherungsmaßnahmen mit einplanen, also einen Einbruchschutz aus einem Guss.

Nachrüsten

Geeignete Fenster und Türen können jedoch auch nachgerüstet werden. Kommen beispielsweise geprüfte einbruchhemmende Türen nicht in Frage, ist eine deutliche Verbesserung des Einbruchschutzes immer noch möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine widerstandsfähige Grundkonstruktion handelt.

Wichtig ist dabei besonders, dass Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. Nebeneingangstüren können wirkungsvoll beispielsweise auch mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel oder mit einem Querriegelschloss nachgerüstet werden. Eingebaute Sicherungen können aber nur bei fachgerechter Montage ihre volle Wirkung entfalten und den entsprechenden Einbruchschutz bieten.

Info
Wer den Einbau einer Einbruchmeldeanlage in Erwägung zieht, sollte sich im Vorfeld bei einer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle beraten lassen. Um Falschalarme zu verhindern und um eine bestimmungsgemäße Funktion der Anlage zu gewährleisten, ist es wichtig, dass eine Einbruchmeldeanlage fachgerecht projektiert, installiert und instand gehalten wird.
  

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