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Freie Schulen und Weiterbildung

Rente in Sicht?

Ohne Technikscheu im Job noch einmal durchstarten.

14.06.2021
Wenn Beschäftigte merken, dass sie in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf haben, sollten sie ihre Führungskraft auf eine Weiterbildung ansprechen. Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wenn Beschäftigte merken, dass sie in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf haben, sollten sie ihre Führungskraft auf eine Weiterbildung ansprechen. Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Investition in Bildung lohnt sich immer. Auch für Arbeitnehmer, die es nicht mehr weit bis zur Rente haben. Wer sich etwa digitale Kompetenzen aneignet, hat auch im Alter noch etwas davon.

Über Jahrzehnte hinweg war man engagiert und aktiv im Arbeitsleben, inzwischen ist die Rente in Sicht. Sich auf den Lorbeeren ausruhen und die letzten Berufsjahre vor sich hinplätschern lassen? Das muss nicht sein. Es spricht einiges dafür, auch jenseits der 50 im Job noch einmal so richtig durchzustarten. „Dazu gehört auch, die immer mehr zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt als eine Herausforderung anzunehmen und sich ihr zu stellen“, sagt Nina Brandau vom Digitalverband-Bitkom in Berlin.

Wertschätzung im Betrieb erfahren

Aufgeschlossen sein, an Fortbildungen teilnehmen und in Sachen digitale Abläufe fit werden: Das ist nicht zuletzt auch förderlich für die eigene Karriere. „In vielen Fällen steigen Beschäftigte anschließend beruflich auf, erhalten verantwortungsvollere Aufgaben und oft auch ein höheres Gehalt“, erklärt Christian Ludwig von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Wer die Digitalisierung von Betriebsabläufen begleitet, dabei seine Berufserfahrung einbringt und nachjustiert, erfährt Wertschätzung im Betrieb und trägt gleichzeitig zum Wissenstransfer bei.

IB Schulen Tübingen

Mit E-Learning neue Kompetenzen erwerben

Um in Sachen Digitalisierung Schritt zu halten, sind Fortbildungen der richtige Weg. Heute finden sie häufig am eigenen PC statt. „Der Vorteil solcher Online-Angebote ist, dass man sie individuell in den Alltag einbauen kann“, sagt Brandau.

Ein Vorteil von regelmäßigen Weiterbildungen, die individuell ausgerichtet sind: Beschäftigte erhalten sich ihre eigene Lernfähigkeit und bleiben geistig flexibel.

Mit einer Weiterbildung lassen sich aber nicht nur fachliche Qualifikationen erlernen. „Es geht dabei auch um Fähigkeiten wie etwa Konfliktmanagement, Rhetorik, Präsentationstechniken oder interkulturelle Kompetenz“, erklärt Brandau. Vielfach gibt es auch die Möglichkeit, „on the job“ zu lernen. Dabei lassen sich Arbeitnehmer etwa online in Aufgaben einweisen und wenden ihr erworbenes Wissen gleich in der Praxis an.

Eine andere Option: Mentoren-Pärchen. Dabei steht ein Mitarbeiter einem älteren Kollegen zur Seite und hilft bei Fragen.

Weiterbildung geht auch ganz klassisch – nämlich in Form von Lehrgängen oder Seminaren. Anbieter sind Kammern, Berufsverbände oder private Träger. Das Feld der sogenannten Anpassungsweiterbildungen ist groß. „Autonomes Fahren etwa, Kurse für CNC-Fräsen oder Bildbearbeitungsprogramme“, zählt Ludwig auf.

Der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung

Wo Arbeitnehmer Nachholbedarf für eine Fortbildung haben, erkennen sie leicht im Job-Alltag. Ein Beispiel: Ein Unternehmen führt ein neues EDV-Programm ein, ein Beschäftigter soll nun kurz eine Excel-Datei erstellen und im Intranet veröffentlichen. Schafft er es?

„Spätestens, wenn Menschen merken, dass sie eine neue, vielleicht noch unbekannte digitale Welt betreten, ist der richtige Zeitpunkt, sich um eine Weiterbildung zu kümmern“, so Ludwig. Nicht alles müssen Arbeitnehmer aber zwingend lernen, um digital auf der Höhe der Zeit zu sein. „Spezifische Programmiersprachen zum Beispiel“, sagt Brandau. Das sei eher etwas für die Fachabteilung.

Wenn älteren Arbeitnehmern im Job-Alltag bestimmte Aufgaben schwer fallen, sollten sie sich nicht scheuen, dies zu kommunizieren, rät Brandau. Gemeinsam mit dem Vorgesetzten sollten sie Strategien entwickeln, wo es am jeweiligen Arbeitsplatz künftig langgehen soll und welche Weiterbildung sie brauchen. „Investition in Bildung lohnt sich immer“, betont Ludwig. dpa

In freier Trägerschaft

In Deutschland besucht jedes elfte Kind eine Privatschule.

Schulen in freier Trägerschaft bieten aufgrund ihrer vielfältigen pädagogischen Konzepte ein breit gefächertes Angebot. Bild: Antonioguillem/stock.adobe.com
Schulen in freier Trägerschaft bieten aufgrund ihrer vielfältigen pädagogischen Konzepte ein breit gefächertes Angebot. Bild: Antonioguillem/stock.adobe.com

Eltern und Schülern wählen oft eine Schule in freier Trägerschaft, da sich diese an den gesellschaftlichen und pädagogischen Anforderungen orientieren. Eine Sonderung der Kinder wird per Grundgesetz untersagt. Kein Kind wird vom Besuch einer Privatschule ausgeschlossen. Durch einkommensgestaffelte Schulgeldbeiträge und beispielsweise Geschwisterrabatte stehen die individuellen Begabungen des Kindes bei der Schulwahl im Vordergrund.
    


Differenzierte Angebote

Schüler haben unterschiedliche Anlagen, Neigungen und Berufswünsche. Je differenzierter das Schulwesen auf diese Unterschiede eingehen kann, desto größer wird der Bildungserfolg sein. Es ist das Recht der Eltern und Jugendlichen, unter verschiedenen Schulprofilen dasjenige auszuwählen, das ihren individuellen Vorstellungen am besten entspricht.

Freie Schulen mit ihren differenzierten pädagogischen, weltanschaulichen und an den Bedürfnissen der Schüler orientierten Profilen können hier ein besonders vielfältiges Angebot machen. Privatschulen arbeiten eigenständig und effizient, sie können sich schnell an neue Entwicklungen anpassen. Viele allgemeinbildende Privatschulen haben bestimmte Schwerpunkte, etwa im musischen oder fremdsprachlichen Bereich. Spezielle pädagogische Konzepte finden sich vor allem an freien Schulen, genauso wie die Vermittlung klarer Werte und Orientierungen. Ersatzschulen, die sich an den staatlichen Lehrplänen orientieren müssen, sehen diese in der Regel nur als Mindestvoraussetzung an und gehen in ihrem Unterrichtsangebot häufig weit über die staatlichen Vorgaben hinaus. Außerschulische Projekte sind an vielen Privatschulen ebenso selbstverständlich wie soziales Engagement der Schüler und ein gutes Miteinander von Lehrern, Eltern und Schülern.

Flexibel und auf hohem Niveau

Im berufsbildenden Bereich bieten viele Privatschulen Ausbildungsgänge an, für die es an staatlichen Schulen oder in einer betrieblichen Ausbildung oft (noch) gar keine Entsprechung gibt. Diese Schulen reagieren damit schnell und innovativ auf aktuelle berufliche Anforderungen in der Wirtschaft. Die berufliche Aus- und Weiterbildung an Privatschulen erfolgt dabei auf einem anerkannt qualitativ hohen Niveau. Privatschulen bereichern das Schulwesen, entwickeln alternative und zusätzliche Angebote und gewährleisten eine lebendige Konkurrenz. Von diesem Wettbewerb profitiert auch das staatliche Schulwesen, das immer wieder erfolgreiche Beispiele aus dem privaten Schulwesen übernommen hat, wie zum Beispiel die Ganztagsschule.


Bildungsprämie

Weiterbildung für alle ermöglichen

Für Geringverdiener fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Bildungsprämie noch bis Ende 2021 individuelle berufsbezogene Weiterbildung. Kofinanziert wird das Bundesprogramm durch den Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Bildungsprämie besteht aus zwei Komponenten, dem Prämiengutschein und dem Spargutschein, die auch miteinander kombiniert werden können. Mit dem Prämiengutschein übernimmt der Staat die Hälfte der Kosten einer Weiterbildung, maximal 500 Euro. Interessierte müssen mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sein und dürfen über ein zu versteuerndes Einkommen von höchsten 20.000 Euro (40.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) verfügen. Der Spargutschein erlaubt es, ein nach dem Vermögensbildungsgesetz angespartes Guthaben für eine Weiterbildung zu verwenden ohne den Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage zu verlieren.

Mit der Bildungsprämie will das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Weiterbildungsbeteiligung von Erwerbstätigen, die sich bisher aus finanziellen Gründen nicht an Weiterbildungsaktivitäten beteiligt haben, stärken.


Bis zu fünf Tage Bildungszeit

Beschäftigte in Baden-Württemberg haben einen Anspruch darauf, sich zur Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber an bis zu fünf Tagen pro Jahr freistellen zu lassen. Die Freistellung erfolgt unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes. Geregelt ist dies im Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg. Die bezahlte Bildungsfreistellung kann für die berufliche Weiterbildung, die politische Weiterbildung oder für die Qualifizierung zur Wahrnehmung bestimmter ehrenamtlicher Tätigkeiten genutzt werden. Der Gesetzgeber hat allerdings bestimmte Anforderungen an eine Bildungsmaßnahme definiert, die erfüllt sein müssen, um Bildungszeit in Anspruch nehmen zu können.

Info
https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/bildung/seiten/bildungszeit
   

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