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Neubau, Umbau & Sanierung

Regionaler geht es kaum noch

Morgen, am Donnerstag, 9. Dezember, eröffnet die Landwirtsfamilie Rein ihren Hofladen beim Öschbachtalhof.

08.12.2021
Samstags von 8.30 bis 13 Uhr. Florian Rein mit „Nudla“ aus Öschingen. Mehl, Getränke, Marmeladen und vieles mehr gibt es im neuen Hofladen. Und das Gute daran: Der Kunde weiß genau, woher die Erzeugnisse kommen und wie sie hergestellt werden. Bilder: Uhland2 

Samstags von 8.30 bis 13 Uhr. Florian Rein mit „Nudla“ aus Öschingen. Mehl, Getränke, Marmeladen und vieles mehr gibt es im neuen Hofladen. Und das Gute daran: Der Kunde weiß genau, woher die Erzeugnisse kommen und wie sie hergestellt werden. Bilder: Uhland2 

Das wird nicht nur die Öschinger freuen: Ab morgen, Donnerstag, 9. Dezember, öffnet der gut sortierte Hofladen der Familie Rein beim Öschbachtalhof. Die angebotenen Produkte stammen entweder vom eigenen Hof, aus der nahen Region oder aus Baden-Württemberg.

„Unser Sohn Florian ist letztes Jahr mit in den Betrieb eingestiegen. Da haben wir uns überlegt, warum nicht die eigenen Produkte in einem Hofladen selbst vermarkten? Die Landwirtschaft können wir wegen fehlenden Freiflächen nicht vergrößern. Mit einem Hofladen sind wir vom Wetter etwas unabhängiger“, erklärt Hartmut Rein die Idee.

In familiärer Hand

Familie Rein ist fest verwurzelt mit dem Standort Öschingen. Ihr Hof ist noch der einzige landwirtschaftliche Vollerwerbsbetrieb im Ort. Ernst Rempfer gründete den Bauernhof in der Ortsmitte, baute ihn kontinuierlich aus, bis im Jahre 2007 seine Tochter Susanne und ihr Ehemann Hartmut Rein den Hof übernommen haben.

Im Jahre 2015 kam der Mutterkuhstall am Ortsrand von Öschingen dazu. Letztes Jahr stieg mit Sohn Florian die dritte Generation mit in den Betrieb ein. Er hatte gerade seinen Bachelor in Agrarwirtschaft in der Tasche: „Irgendwie war ich gefühlt schon immer mit dabei. Jetzt können wir gemeinsam für die Zukunft etwas Neues entwickeln“, so der Filius. Auch Sohn Andreas hilft, neben seinem Beruf als Förster, gerne mit.

Regionale Erzeugnisse

Der neue Hofladen befindet sich bei den Mutterkuhstallungen am Ortsrand von Öschingen. Ein gutes Jahr hat es gedauert, bis der 200 Quadratmeter große Neubau fertig war. Die Auswahl im Hofladen kann sich sehen lassen. Die Fleisch- und Wurstwaren stammen von den eigenen Kühen. Familie Rein setzt dabei auf die Mutterkuhhaltung, eine Rinderhaltungsform, bei der die Kühe nicht zur Milchproduktion gehalten werden, sondern die Kälber acht bis zehn Monate bei der Kuh bleiben. Dann kommen die Kälber zusammen mit gleichaltrigen in eine neue Herde in einen Laufstall an der alten Hofstelle. Dort bleiben sie etwa weitere 10 bis 12 Monate bis sie in Ruhe herangewachsen sind. „Momentan lassen wir die Kühe bei einem Öschinger Metzger schlachten, doch wollen wir mittelfristig vor Ort selbst schlachten. Wir brauchen dazu noch die EU-Zertifizierung. Unsere Kühe werden somit nicht durch ganz Europa transportiert“, sagt Susanne Rein. So stehen die Kühe im Sommer auf der Weide und in Winter in den Stallungen, wo sie ihre Kälber zur Welt bringen. „Es ist schon immer etwas ganz Besonderes, wenn die Kälber geboren werden. Man fiebert mit den Mutterkühen mit. Manchmal ist das schon eine große Herausforderung“, berichtet Susanne Rein. Aus eigener Produktion stammen die Eier, Kürbisse, der Apfel- und Birnensaft, Kartoffeln, Most und Schnaps sowie Heu für Kleintiere. „Das Obst kommt von unseren umliegenden Streuobstwiesen“, so Hartmut Rein. „Gemüse gibt es je nach Saison. Unsere Felder können wir nur extensiv nutzen, da wir hier nicht den besten Boden haben.“

Des Weiteren gibt es unterschiedliche Getränke und Milchprodukte, Marmeladen, Öl, Konserven, Schaffelle und einiges mehr – natürlich alles aus der Region oder dem Ländle. Die Mühlenprodukte stammen von der Getreidemühle Luz aus Buttenhausen, die in Talheim eine Annahmestelle für das Getreide hat. „Aus dem Mehl dieser Mühle und unseren Eiern werden in Öschingen die Nudeln hergestellt“, sagt Susanne Rein, die ihren Beruf als Landwirtin liebt.

Vor dem Hofladen steht ein Automat, an dem es Frischmilch und Eier zu kaufen gibt. „Es soll noch ein weiterer mit regionalen Produkten folgen, der eventuell mit Getränken und Grillfleisch bestückt ist“, meint Florian Rein.

Wenn es die Lage wieder zulässt, können die Kunden auch vor Ort verweilen, um eine Pause zu machen, einen Kaffee zu trinken, eine Kleinigkeit zu essen und einen kleinen Plausch zu halten.

Der Beruf als Landwirt ist kein einfacher, viele haben schon aufgegeben. Doch nicht die Reins. Was reizt die Familie an dem Beruf? „Das Leben in und mit der Natur“, sind sich die Reins einig. „Natürlich muss man immer hoffen und bangen, wie das Wetter wird, wie die Ernte ausfällt, doch ist es auch sehr befriedigend, wenn sie gut wird. „Und erst die blühenden Wiesen im Mai und Juni“, schwärmt Susanne Rein. „Wir haben ein artenreiches Grünland um uns, das gibt einem Kraft. Wir leben in einer wunderschönen Umgebung.“ „Stimmt“, bestätigt Hartmut Rein, „da brauchen wir keinen Urlaub. Wir hätten eh nicht die Zeit dazu.“

Info

Am Eröffnungstag, 9., und am Freitag, 10. Dezember, ist durchgehend geöffnet. Reguläre Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr. Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 10 bis 13 Uhr.

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