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Bauen, Wohnen & Garten

Ölheizung erneuern

Das IWO informiert: Das sollte man jetzt wissen.

27.01.2020
Bild: IWO

Bild: IWO

Ob Abwrackprämie, CO2-Steuer oder Klimaschutzprogramm – in jüngster Zeit jagt eine Schlagzeile die nächste.Wer mit Öl heizt, fühlt sich da schnell verunsichert. Dabei sprechen viele gute Gründe für moderne Ölheizungen: Denn Öl-Brennwerttechnik ist hocheffizient, lässt sich ideal mit erneuerbaren Energien kombinieren und bietet durch den Einsatz regenerativer Brennstoffe langfristig sogar eine klimaneutrale Perspektive. Das Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) stellte einige wichtige Fragen und Antworten rund um den Beschluss zusammen.

Was bedeutet das Klimaschutzprogramm für Ölheizungen?

Das Bundeskabinett hat im Rahmen des Klimaschutzprogramms auch das Gebäudeenergiegesetz mit Vorschriften für den zukünftigen Betrieb und die Modernisierung von Heizungen verabschiedet. Dieser Gesetzentwurf durchläuft derzeit das Gesetzgebungsverfahren. Hier ist die Zustimmung des Bundestags notwendig. Es ist denkbar, dass im Laufe der Gesetzgebungsverfahren noch Änderungen an einzelnen Inhalten vorgenommen werden.

Dürfen Ölheizungen weiterhin betrieben werden?

Ja, auch über das Jahr 2026 hinaus.

Was muss ich jetzt machen?

Es besteht kein Handlungsdruck. Haben Sie aktuell eine Heizungsmodernisierung mit Öl-Brennwerttechnik geplant, können Sie diese weiterhin umsetzen.
  

Darf ich künftig noch eine neue Ölheizung einbauen?

Ja, das dürfen Sie. Bis Ende 2025 können Sie Ihren alten Ölkessel O ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät austauschen. Eine solche Modernisierung lohnt sich weiterhin, da ein effizientes Öl-Brennwertgerät den Heizölbedarf deutlich reduzieren kann. Ab 2026 sollen Ölheizungen eingebaut werden dürfen, wenn sie erneuerbare Energien mit einbinden. Das können zum Beispiel Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen sein. Der Einbau einer Ölheizung allein soll auch erlaubt sein, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können. Hat jemand bereits seine Ölheizung mit einer solarthermischen Anlage kombiniert, so soll er jederzeit einen Kesseltausch durchführen können, da das Gebäude bereits anteilig mit erneuerbaren Energien versorgt wird.

Hinweis für Baden-Württemberg: Der Einbau einer Öl-Brennwertheizung ist in jedem Fall bis Ende 2025 als auch, nach jetzigem Stand, darüber hinaus natürlich möglich. Da in Baden- Württemberg bereits heute die Vorgaben des Erneuerbaren Wärme-Gesetzes (EWärmeG) zu beachten sind, müssen zur Erfüllung schon jetzt bei einer Modernisierung mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden, beispielsweise durch ein zehnprozentiges Bio- Heizöl und einem (unverbindlichen) Sanierungsfahrplan. Ab 2026 dürfte voraussichtlich eine Hybrid-Lösung auch für die Ölheizung in Baden-Württemberg weitermöglich sein.

Bekomme ich noch Fördermittel für eine neue Öl-Brennwertheizung?

Für den Einbau neuer Öl-Hybridanlagen gibt es weiterhin staatliche Fördergelder. Finanziell unterstützt wird der Einbau der erneuerbaren Komponenten, wie zum Beispiel eine Solarkollektoranlage, mit 30 Prozent der Invesitionskosten. Dabei sind die entsprechenden Förderbedingungen zu beachten.

Ich will jetzt meine Ölheizung modernisieren: Was ist mit der Einbindung erneuerbarer Energien?

Die Einbindung erneuerbarer Energien hilft grundsätzlich, die CO2-Emissionen Ihres Hauses weiter zu verringern und ist daher eine sinnvolle Maßnahme. Dies ist auch vor dem Hintergrund der 2021 geplanten CO2-Bepreisung auf alle fossilen Energieträger sinnvoll. Sie können diese Einbindung aber auch unabhängig von der Heizungsmodernisierung, in einem zweiten Schritt, vornehmen. Dazu beraten die örtlichen SHK-Fachbetriebe sowie der zuständige Bezirksschornsteinfeger.
    

Klimaneutral
    

Mögliche CO2 Reduktion dank E-Fuels
    

Das Klimakabinett hat beschlossen, bis 2050 einen möglichst klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen von Wohngebäuden um 40 Prozent sinken im Vergleich zu 2014. Das sind starke Vorgaben, die so einfach nicht zu erfüllen sind, will man im Winter in den eigenen vier Wänden nicht frieren. Heizungsmodernisierung, Dachisolierung oder Fassadendämmung sind meist mit hohen Kosten verbunden. Eine kostengünstige Lösung könnten in Zukunft sogenannte E-Fuels, also klimaneutral hergestellte synthetische Kraft- und Brennstoffe, sein. Hier wird mit erneuerbarem Strom aus Wasser Wasserstoff gewonnen, der dann mit dem CO2 aus der Luft verbunden wird. So entsteht ein synthetischer Kraftstoff. Je nach Art der chemischen Verbindung hat er die Eigenschaften von Diesel, Benzin, Kerosin oder auch Heizöl. In sonnen- oder windreichen Regionen könnten so schon bald E-Fuels für rund einen Euro pro Liter hergestellt werden. Da diese synthetische Kraft- und Brennstoffe die gleichen Eigenschaften und Energiegehalte wie ihre Vorgänger aus Mineralöl haben, können Sie eins zu eins in bestehenden Anlagen wie Ölheizungen oder Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Investitionen für Modernisierungen oder Umstellungen könnten so komplett entfallen und das Wohngebäude wäre klimaneutral beheizt.

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