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Neubau, Umbau & Sanierung

Noch sauberer zurück in den Neckar

Die vierte Reinigungsstufe des Tübinger Klärwerks wird am kommenden Mittwoch offiziell eingeweiht.

19.07.2021
Der Neubau steckt voller Technik: In der vierten Reinigungsstufe des Tübinger Klärwerks werden auch Mikroschadstoffe und Medikamentenrückstände aus dem Abwasser gefiltert. Bilder: Uhland2

Der Neubau steckt voller Technik: In der vierten Reinigungsstufe des Tübinger Klärwerks werden auch Mikroschadstoffe und Medikamentenrückstände aus dem Abwasser gefiltert. Bilder: Uhland2

Vor wenigen Wochen ging die vierte Reinigungsstufe des Tübinger Klärwerks in Betrieb. Nach einer Phase der Feinjustierung wird die hochtechnisierte Anlage am kommenden Mittwoch, 21. Juli, mit geladenen Gästen offiziell eingeweiht. Coronabedingt gibt es vorerst keinen Tag der offenen Tür. „Das Interesse der Bevölkerung an einer Besichtigung der Anlage ist groß“, sagt Albert Füger, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Technischer Betriebsleiter der Kommunalen Servicebetriebe, „wir werden das voraussichtlich im kommenden Jahr nachholen.“

Büro für Angewandte Geowissenschaften

Als erstes im Einzugsgebiet des Neckars hat das Tübinger Klärwerk eine vierte Reinigungsstufe mit einer Ozonierungsanlage erhalten. Für rund 15 Millionen Euro entstand dort modernste Technologie für das Tübinger Abwasser. Das Land Baden-Württemberg förderte die innovative Technologie mit rund drei Millionen Euro.

Gestaltung Architekturbüro Luz

Bislang wurde das Tübinger Abwasser im Klärwerk in drei Stufen mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt. In der vierten Stufe, die jetzt in Betrieb genommen wurde, wird dem gereinigten Abwasser Ozon zugefügt – ein starkes Oxidationsmittel, das Medikamentenreste und Mikroben spaltet und damit unschädlich macht. Anschließend fließt das Abwasser durch einen Sandfilter, der auch noch die letzten Schwebteilchen aus dem Wasser entfernt.

Noch sauberer zurück in den Neckar Image 1

Die Wirksamkeit dieser neuartigen Reinigungstechnologie für das Tübinger Abwasser haben Fachleute vorab in aufwändigen Prüfverfahren untersucht. Im kommenden Herbst werden unter Federführung des Landesumweltministeriums Gewässerproben oberhalb der Einleitungsstelle im Neckar entnommen, um zu untersuchen, in welchem Umfang sich die Ozonierung auf die Gewässerdaten auswirkt.

Das Tübinger Klärwerk fungiert mit seiner vierten Reinigungsstufe gewissermaßen als Pilotprojekt für andere Anlagenbetreiber im Land: Es erfüllt jetzt schon die strengeren Grenzwerte, die sich aus künftigen Einleitbestimmungen ergeben werden.

Info Auf der städtischen Internetseite www.tuebingen.de unter Wohnen, Städtische Bauvorhaben“ zeigen sechs kurze Zeitrafferfilme das Geschehen auf der Baustelle seit Februar 2019.

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