Anzeige

Neubau, Umbau & Sanierung

Noch sauberer in den Neckar

Derzeit im Bau: Mit der 4. Reinigungsstufe des Tübinger Klärwerks können in Zukunft auch Mikroschadstoffe und Medikamentenrückstände herausgefiltert werden.

18.05.2020
Vor dem Neubau der vierten Reinigungsstufe: Heike Weißer, die Leiterin der Fachabteilung Wasserwirtschaft (links), Tiefbauamtsleiter Albert Füger und Kirsten Maier, Betriebsleiterin des Klärwerks.

Vor dem Neubau der vierten Reinigungsstufe: Heike Weißer, die Leiterin der Fachabteilung Wasserwirtschaft (links), Tiefbauamtsleiter Albert Füger und Kirsten Maier, Betriebsleiterin des Klärwerks.

Seit 14 Monaten wird in der Neckaraue neben dem Tübinger Klärwerk gebaut. Für rund 15 Millionen Euro entsteht dort modernste Technologie für das Tübinger Abwasser. Als erstes im Einzugsgebiet des Neckars erhält das Tübinger Klärwerk eine vierte Reinigungsstufe mit einer Ozonierungsanlage.

Gestaltung Architekturbüro Luz
Büro für Angewandte Geowissenschaften
Rohbau-Impressionen: Im Ozonungsreaktor werden zukünftig Ozon und Abwasser miteinander vermischt. Das Ozon spaltet die Mikroverunreinigungen auf. 
Rohbau-Impressionen: Im Ozonungsreaktor werden zukünftig Ozon und Abwasser miteinander vermischt. Das Ozon spaltet die Mikroverunreinigungen auf. 

Bis zu 700 Liter pro Sekunde können durch die Anlage laufen. In den Sandfilterkammern werden anschließend noch die letzten Schwebteilchen aus dem Wasser entfernt.
Bis zu 700 Liter pro Sekunde können durch die Anlage laufen. In den Sandfilterkammern werden anschließend noch die letzten Schwebteilchen aus dem Wasser entfernt.

Bislang wird das Tübinger Abwasser im Klärwerk in drei Stufen mechanisch und biologisch gereinigt. In der vierten Stufe, die sich gerade im Bau befindet, wird dem gereinigten Abwasser Ozon zugefügt – ein starkes Oxidationsmittel, das Medikamentenreste und Mikroben spaltet und damit unschädlich macht. Anschließend fließt das Abwasser durch einen Sandfilter, der auch noch die letzten Schwebteilchen aus dem Wasser entfernt. „Die Wirksamkeit dieser neuartigen Reinigungstechnologie für das Tübinger Abwasser haben Fachleute in aufwändigen Prüfverfahren untersucht“, erklärt Albert Füger, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Technischer Betriebsleiter der Kommunalen Servicebetriebe. Effektiver geht es nicht: „Weitere technische Möglichkeiten gibt es bei der Abwasserreinigung im Klärwerk derzeit nicht.“

Von hier aus wird das bereits vorgereinigte Abwasser in die vierte Reinigungsstufe eingeleitet. Bilder: Uhland2
Von hier aus wird das bereits vorgereinigte Abwasser in die vierte Reinigungsstufe eingeleitet. Bilder: Uhland2

Das Land Baden-Württemberg fördert die innovative Technologie mit rund drei Millionen Euro. „Wir gehen davon aus, dass die Baumaßnahmen Ende 2020 abgeschlossen sein werden“, erklärt Heike Weißer, die Leiterin der Fachabteilung Wasserwirtschaft. „Dann folgt ein dreimonatiger Probebetrieb, bevor wir das Werk endgültig in Betrieb nehmen können.“

Das wird voraussichtlich im Frühsommer 2021 der Fall sein. „Dann feiern wir – vorausgesetzt, das Coronavirus läßt es zu – ein großes Eröffnungsfest mit einem Tag der offenen Tür für die ganze Bevölkerung“, verspricht Albert Füger.

Info
Auf der städtischen Internetseite unter www.tuebingen.de/klaerwerkfilm zeigen drei kurze Zeitrafferfilme den Baufortschritt– in wenigen Minuten spiegeln sie das Geschehen auf der Baustelle seit Februar 2019 wider.
  

Datenschutz