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Beruf & Bildung

Kreativität und Vielseitigkeit

Die Mitgliedsbetriebe der Tübinger Maler- und Lackierer-Innung erhalten und gestalten.

30.05.2022
Der Nachwuchs ist im Handwerk sehr gefragt. Bilder: Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Der Nachwuchs ist im Handwerk sehr gefragt. Bilder: Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Zum Glück dürfen wieder Seminare und Veranstaltungen stattfinden“, freut sich Innungsobermeister Thomas Nill. Denn die Corona-Pandemie hat auch den Mitgliedsbetrieben der Tübinger Maler- und Lackiererinnung das Arbeiten immens erschwert. Sie seien auch bereits am Planen verschiedener Seminare, so dass die Innungsmitglieder alle wieder auf dem neuesten Stand der Themen seien. „Speziell zum Thema Schimmel wird es bald wieder Fortbildungen geben“, so Nill. 
          

Maler- und Lackierer-Innung Tübingen

Was liegt derzeit besonders im Trend? „Gerade mineralische Putze und Farben werden nachgefragt, immer häufiger kommt es vor, dass die Kunden weg von der klassischen Raufasertapete hin zu glatten, mineralischen Oberflächen tendieren“, weiß Nill. Der Innungsmeister betont auch, dass die Farben immer „gesünder“ würden und sie immer seltener auf lösemittelhaltige Produkte zurückgreifen müssten. Das Angebot an konservierungsmittelfreien Farben und Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen von der Farbe bis zum Bodenbelag sei groß.

Ein großes Thema, nicht zuletzt wegen der steigenden Energiekosten, sei auch die Wärmedämmung. „Im Dämmungssektor tut sich sehr viel“, so Nill. Die Dämmsysteme verbessern sich ständig, mittlerweile gibt es für jeden Anspruch das passende System. So gibt es auch welche, die zum Beispiel besser gegen Hagel schützen. Und bei der Innendämmung ist nach wie vor ein klassisches Malerthema Schimmel. „Da können wir Maler unsere Kunden sehr gut beraten“, so Nill.

Auch ein Thema, das gerade in Tübingen große Bedeutung hat, ist Graffiti an Fassaden. So gibt es zum Beispiel mit Hilfe einer modernen Farbmesstechnik, die den Farbton des Bestands sehr genau bestimmt, die Möglichkeit, Teilbereiche einer Fassade zu überstreichen und auszubessern.

Und last but not least macht Thomas Nill klar, dass nach wie vor viele Betriebe händeringend auf der Suche nach Azubis seien. „Wichtig für uns als Innung ist es, den jungen Leuten zu zeigen, dass der Maler nicht nur ‚den ganzen Tag streicht‘, sondern der Beruf des Malers und Lackierers einer der abwechslungsreichsten und schönsten Berufe im Handwerk ist“, so der engagierte Innungsobermeister. Außerdem gebe es gute Chancen, im Handwerk zuerst eine gute Ausbildung zu machen und dann aufzusteigen. Denn immer mehr alteingesessene Betriebe suchen engagierte und vor allem qualifizierte Nachfolger.


„Deine Zukunft ist bunt!“

Worauf kommt es bei der Ausbildung zum Maler oder Lackierer eigentlich an? Einige Antworten

Bild: auremar - stock.adobe.com
Bild: auremar - stock.adobe.com

Was kommt in der Ausbildung im Malerhandwerk eigentlich auf die Auszubildenden zu? Welche Inhalte werden vermittelt und wie sehen die Zukunftschancen aus?

In der Ausbildung im Malerhandwerk wird neben den praktischen Fähigkeiten auch entsprechendes Hintergrundwissen vermittelt, wie beispielsweise Kenntnisse über: Inhaltsstoffe und Beschaffenheit der Materialien, Arbeitsmethoden und Bausubstanzen, Absicherung des Arbeitsplatzes oder Wissenswertes zum Umgang mit den Kunden.

Theorie und Praxis

Fundiertes Hintergrundwissen zum Malerhandwerk gibt es in den Theorieblöcken in der Berufsschule. Die Grundlage der Ausbildung bilden Fächer wie:

• Werken
• Technik
• Mathematik
• Chemie
• Gestaltung

Im praktischen Teil der Ausbildung geht es darum, erfahrenen Maler- und Lackierermeistern und Meisterinnen über die
Schulter zu schauen, verschiedene Techniken kennenzulernen und im Laufe der Ausbildung richtig anzuwenden.

Was verdiene ich?

Im Tarifvertrag wird die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit auf 40 Stunden begrenzt. Das Ausbildungsgehalt im Malerhandwerk ist festgelegt von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), variiert aber je nach Bundesland. Es erhöht sich von Ausbildungsjahr zu Ausbildungsjahr.

1. Ausbildungsjahr: 680 Euro
2. Ausbildungsjahr: 750 Euro
3. Ausbildungsjahr: 915 Euro

Mit entsprechendem Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt zwischen 1700 und 2200 Euro. (Stand 08/2020)

Was sollte ich noch wissen?

Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel drei Jahre und verfolgt das Prinzip der dualen Ausbildung: man lernt und arbeitet im Betrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildung beendet man mit einem Gesellenbrief. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, aber ein Schulabschluss ist sicher von Vorteil. Mit dem Abitur kann man sogar direkt mit dem Verbundstudium beginnen. 
      

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