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Klimaschutz mit Ölheizung

Grüneres Heizöl: BDH und IWO starten Praxistest.

25.01.2021
Die sogenannte R33-Brennstoffkombination wird in einem mindestens zweijährigen Praxistest in 21 Wohngebäuden getestet. Bild: IWO

Die sogenannte R33-Brennstoffkombination wird in einem mindestens zweijährigen Praxistest in 21 Wohngebäuden getestet. Bild: IWO

Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) bringen gemeinsam eine neue Variante treibhausgasreduzierten Heizöls zum Einsatz. Im Rahmen eines mindestens zweijährigen Praxistests werden insgesamt 21 Wohngebäude mit einer sogenannten R33-Brennstoffkombination versorgt, die zu einem Drittel aus treibhausgasreduzierten Komponenten besteht. Ziel ist es, deren Einsatzreife zu erproben.
      

„Deutschlandweit gibt es rund 5,5 Millionen Ölheizungen. Viele dieser Heizungen sind aus technischen oder finanziellen Gründen nicht ohne weiteres durch andere Heizsysteme ersetzbar. Und das ist auch gar nicht nötig, denn auch ölbeheizte Gebäude können die Klimaziele erreichen. Durch Effizienzsteigerungen – etwa mittels Modernisierung mit Brennwerttechnik und Gebäudedämmung – sowie den Einbau von Hybridtechnik lässt sich der Brennstoffbedarf stark reduzieren. Die verbleibenden Mengen könnten dann durch den Einsatz zunehmend treibhausgasreduzierter Brennstoffe abgedeckt werden“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig.

„Öl-Brennwertkessel bleiben oftmals eine geeignete Lösung für den dringend erforderlichen Austausch der fast 4,8 Millionen veralteten ineffizienten Ölkessel, zumal mit der Effizienzklasse A gekennzeichnete Öl-Brennwertkessel in vielen Fällen mit der erneuerbaren Energie Solarthermie kombiniert werden. „Wenn solch eine Anlage zudem mit treibhausgasreduzierten flüssigen Energieträgern betrieben wird, weist sie einen exzellenten CO2-Footprint auf“, so BDH-Hauptgeschäftsführer, Andreas Lücke. „Verfügbarkeit und geeignete Rahmenbedingungen vorausgesetzt, können solche Systeme einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.“

Zu 26 Prozent besteht die im neuen Gemeinschaftsprojekt genutzte R33-Brennstoffkombination aus hydrierten Reststoffen, sogenannten abfallbasierten Biobrennstoffen der zweiten Generation, deren Herstellung nicht in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau steht. Solche paraffinischen Brennstoffe setzt IWO bereits seit 2017 problemlos als Beimischung zum klassischen Heizöl in einer kleineren Zahl eigener Modellvorhaben ein. In dem nun gemeinsam mit der Heizgeräteindustrie gestarteten Vorhaben wird der eingesetzte Brennstoffmix noch um einen siebenprozentigen Anteil veresterter Bioöle, sogenannter FAME erweitert. Da die beiden erneuerbaren Brennstoffkomponenten zusammen auf einen Anteil von 33 Prozent kommen, wird das Gemisch auch als R33-Brennstoff bezeichnet. Sollte sich auch diese Kombination erfolgreich in der Praxis bewähren, würde das die Bandbreite an ölheizungsgeeigneten, treibhausgasreduzierten flüssigen Energieträgern weiter vergrößern. Das Vorhaben soll bis zum Jahr 2022 laufen, mit Verlängerungsoption um ein Jahr.


Hybrid

Es gibt Fördergelder

Wer sich für eine Öl-Hybridanlage entscheidet, kann sich nicht nur über sinkende Energiekosten freuen: „Für den Einbau neuer Öl-Hybridanlagen gibt es weiterhin staatliche Fördergelder“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Finanziell unterstützt wird der Einbau der erneuerbaren Komponenten, wie zum Beispiel eine Solaranlage, mit 30 Prozent der Investitionskosten. Zusätzlich gibt es auch immer wieder nichtstaatliche Förderaktionen, zum Beispiel von Heizgeräteherstellern. Und erneuerbaren Energien können auch unabhängig von der eigentlichen Heizungsmodernisierung in einem zweiten Schritt integriert werden.
    

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