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Firmenportraits, Jubiläen & Ortportraits

Klein-Zentrum im Oberen Gäu

Ergenzingen präsentiert sich heute als moderner Gewerbestandort und attraktive Wohngemeinde

25.03.2019
Der Ergenzinger Bahnhof, wohl im Jahr 1913. Seit 2014 wird das restaurierte Gebäude als Bürger- und Vereinshaus genutzt. Bild: „Ergazenger Heimatkreis“

Der Ergenzinger Bahnhof, wohl im Jahr 1913. Seit 2014 wird das restaurierte Gebäude als Bürger- und Vereinshaus genutzt. Bild: „Ergazenger Heimatkreis“

Der derzeit rund 4300 Einwohner zählende Ort ist der größte Stadtteil Rottenburgs. Das als Klein-Zentrum ausgewiesene Ergenzingen verfügt über eine hervorragende Verkehrsanbindung. Die günstige Lage im Oberen Gäu und das 1789 erteilte Marktrecht gaben Ergenzingen schon vor seiner Eingemeindung nach Rottenburg im Jahr 1972 eine gewisse zentralörtliche Bedeutung und machten es zu einem Mittelpunkt der näherenUmgebung. 

Landwirtschaftlich geprägt 

Die Landwirtschaft war bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung, da die fruchtbaren Lehm- und Lößboden des Gäus gute Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Nutzung schufen. Eine sehr wichtige Einnahmequelle war der Hopfenanbau, der um 1900 seinen Höhepunkt erreichte und bis 1960 betrieben wurde. 

Neben der Landwirtschaft war das Handwerk in Ergenzingen ausreichend vertreten. Neben den üblichen Berufen sind die Strumpfstricker und Pfeifenschnitzer besonders zu erwähnen. Die Strumpfstricker, von denen sich der Ergenzinger Spitzname „Stricker“ herleitet, hatten Anfang des 18. Jahrhunderts mit ihrem Handwerk begonnen. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Strumpfstricker die weitaus stärkste Handwerkergruppe im Ort sowie im ganzen damaligen Oberamt, denn von den 69 Personen, die diese Tätigkeit 1828 im Bezirk ausübten, stammten allein 43 aus Ergenzingen.

Das Pfeifenkopfschnitzen, das der Tiroler Nisch 1659 nach Ergenzingen brachte, war ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle und in weitem Umkreis bekannt. Ebenso wie das Strumpfstricken wurde das Pfeifenschnitzen von der Industrialisierung um 1900 verdrängt.

Eine Ergenzinger Besonderheit bildeten auch die Büchsenmacher, denn diesen Beruf gab es damals sonst in keinem anderen Ort der Umgebung, nicht einmal in der Amtsstadt. Erwähnenswert sind noch die beiden Ziegeleien, die fast über 100 Jahr bis ins Jahr 1926 existierten.

Bedingt durch das Marktrecht – die beiden Jahrmärkte waren ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsleben des Ortes – und die günstige Verkehrslage wurde Ergenzingen zu einem Anziehungspunkt der Umgebung. Ein Beweis dafür sind die vielen Gaststätten und Brauereien, die es schon im 18. Jahrhundert gab. Die Ochsenbrauerei der Familie Digeser braut bis zum heutigen Tag ihre Biere im Ort.


Auf einen Blick

Wichtige Daten in der Geschichte Ergenzingens

782
Ergenzingen wird erstmals urkundlich erwähnt.

1789
Der Ort bekam das Marktrecht verliehen.

1879
Die „Gäubahn“ wurde eröffnet. Durch den Bahnhof nahm die Bedeutung Ergenzingens erheblich zu.

1972
Mit der Gemeindereform wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde ein Stadtteil Rottenburgs.


Sehr gute öffentliche Infrastruktur

Bereits seit dem Jahr 1820 gibt es in Ergenzingen einen Arzt und eine Apotheke. Heute verfügt der Ort über eine sehr gute öffentliche Infrastruktur: Neben einem bürgerfreundlichen Rathaus, das derzeit barrierefreiumgebaut und energetisch saniert wird, Arztpraxen und Kreditinstituten sind zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und Discounter, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen in der Ortsmitte und den beiden Gewerbegebieten beheimatet. Viele dieser Firmen bieten wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze. „Eine weitere Arztpraxis steht noch auf unserer Wunschliste“, erklärt Ortsvorsteher Reinhold Baur.

Die Albrecht-Wirt-Straße, wie sie irgendwann vor dem Jahr 1907 aussah. Bild: „Ergazenger Heimatkreis“/ Repro: RainerMozer
Die Albrecht-Wirt-Straße, wie sie irgendwann vor dem Jahr 1907 aussah. Bild: „Ergazenger Heimatkreis“/ Repro: RainerMozer

Hervorragende Verkehrsanbindung

Am 1. September 1879 wurde die Bahnlinie Stuttgart-Böblingen- Eutingen-Freudenstadt, die sogenannte „Gäubahn“ eröffnet. Durch den Bahnhof nahm die Bedeutung Ergenzingens damals erheblich zu. Die Autobahn Stuttgart- Singen wurde im Jahr 1978 feierlich dem Verkehr übergeben, wodurch Ergenzingen eine noch höhere Attraktivität als Wirtschaftsstandort erhielt. Heute ist die mögliche Anbindung an den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) ein Thema, das viele Ergenzinger bewegt. „Wir hoffen, dass die bürokratischen Hürden bis zur Jahresmitte genommen werden“, hofft Baur.

Mit den beiden Gewerbegebieten „Höllsteig“ und „Ergenzingen- Ost“ verfügt der Ort über hervorragende Wirtschaftsareale. Was das Erstere anbelangt, wurde aktuell der Aufstellungsbeschluss für eine etwa 7 Hektar große Erweiterung gefasst. In „Ergenzingen-Ost“ sind noch zirka 9 Hektar freie Fläche vorrätig. „Die beiden Gewerbegebiete sollen durch einen Kreisverkehr besser aneinander angebunden werden“, erläutert Baur. Derzeit wird im Übrigen in der Ortsmitte bereits ein Kreisverkehr gebaut, an der unübersichtlichen Kreuzung Utta-Eberstein-Straße/Stuttgarter Straße/Gosbertstraße und Auberlinstraße.

„Wir haben ein moderates Bevölkerungswachstum“, konstatiert der Ergenzinger Ortsvorsteher, „und bereits über 60 Anfragen nach Bauland auf unserer Warteliste.“ Der „Seltengraben“ wird bebaut, dem Bebauungsplan „Öchsner II“, wo auch das neue Pflegeheim wahrscheinlich ab Mitte 2020 seinen Platz finden wird, stimmte der Ortschaftsrat letzte Woche zu.

Ergenzingen wird gerne als Wohnort gewählt, gerade von jungen Familien. Sie finden hier (Ganz-)tagesbetreuung und Bildung in den beiden örtlichen Kindergärten, der Kinderkrippe, in der Grund- und Gemeinschaftsschule. „Wir versuchen, diese Einrichtungen attraktiv zu halten“, sagt der „Schultes“. Zur Freizeitgestaltung laden neben der idyllischen Natur zahlreiche Vereine und die beiden Kirchengemeinden mit ihren vielfältigen Angeboten ein. In Ergenzingen gehen Tradition und Moderne eine geradezu ideale Verbindung ein.

Wie es früher war

Diese Verlagssonderbeilage ist der Auftakt für eine dreiwöchige Zeitreise durch Ergenzingen: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet drei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts/ der Neckar-Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!

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