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Beruf & Bildung

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Weiterbildung in Kurzarbeit: Was Beschäftigte wissen sollten

15.02.2021
Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Deutschland ist im Lockdown, viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit. Ist nun der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung? Es kann sich auf jeden Fall lohnen, Initiative zu zeigen. Aber wie geht man eigentlich vor? Und wer bezahlt das am Ende? Antworten auf wichtige Fragen.

Kann ich in Kurzarbeit eine Weiterbildung machen?

Grundsätzlich können sich Beschäftigte, die derzeit in Kurzarbeit sind, weiterbilden. Unter Umständen wird die Weiterbildung sogar von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Dies ist seit Jahresbeginn 2021 einfacher geworden: „Die Rechtslage hat sich zum Jahreswechsel hin deutlich zugunsten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geändert“, erklärt Kaarina Hauer, Leiterin der Abteilung Rechtspolitik und -beratung bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Hintergrund ist eine bis zum 31. Juli 2023 befristete Förderregelung, die während der Corona-Pandemie im Beschäftigungssicherungsgesetz geschaffen wurde. Die vereinfachte Förderung gilt laut Infos des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für alle Weiterbildungen, die nach dem 1. Januar 2021 begonnen haben oder beantragt wurden.
     

Was hat sich genau geändert?

Eine Förderung kann nun auch unabhängig von der Betriebsgröße und unabhängig von Qualifikation und Alter des Arbeitnehmers, der sich in Kurzarbeit befindet, bewilligt werden, wie Hauer erklärt.

Was ist der erste Schritt für Arbeitnehmer?

Der Impuls für eine Weiterbildung könne grundsätzlich vom Unternehmen oder vom Beschäftigten ausgehen, ergänzt Miriam Schöpp, Expertin für berufliche Weiterbildung am Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Sie betont aber: „In diesem Thema ist Eigeninitiative der Mitarbeiter gefragt und in immer mehr Unternehmen der entscheidende Impuls, weil Weiterbildung zunehmend dezentral geplant und initiiert wird.“ Dabei lohne es sich, auf die neuen Förderungsmöglichkeiten zu verweisen.
     

Welche Voraussetzungen müssen für eine Förderung erfüllt sein?

Grundsätzlich gilt: Die Maßnahme muss während der Kurzarbeit begonnen haben. Sie muss außerdem mehr als 120 Stunden dauern, das entspricht etwa einem Monat. Und es muss eine Zertifizierung sowohl für den Lehrgang als auch für den Träger vorliegen, wie Hauer erläutert.

Außerdem darf der Arbeitgeber nicht aufgrund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen zur Durchführung der Weiterbildung verpflichtet sein. Ebenfalls wichtig: Die Weiterbildung muss das Fachwissen des Mitarbeiters sinnvoll ergänzen.

Welche Weiterbildungen kommen infrage?

Einen Wegweiser und Tipps, wie man ein geeignetes Bildungsangebot findet, enthält das Merkblatt „Förderung der beruflichen Weiterbildung“. Interessierte erhalten dieses im Netz oder bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor Ort. In der Aus- und Weiterbildungsdatenbank.

„KURSNET“ der BA im Internet lässt sich auch nach einem passenden Angebot suchen. Auch die Bildungsträger selbst bieten umfassende Informationen über zugelassene Bildungsmaßnahmen. Was sinnvoll ist, sollte in einem Beratungsgespräch ermittelt werden. „Viele Anbieter haben sich der Situation angepasst und bieten E-Learning-Module an“, sagt Schöpp. Das sind Lernangebote, die man auch von daheim aus nutzen kann.

Was wird genau bezuschusst?

Bei zertifizierten Weiterbildungsmaßnahmen bezuschusst die Bundesagentur für Arbeit die Lehrgangskosten je nach Betriebsgröße. Die Aufschlüsselung gibt es auf der Webseite der BA zum Nachlesen. Außerdem können bei einer Weiterbildung während der Kurzarbeit unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialversicherungsbeiträge teilweise an den Arbeitgeber erstattet werden.

Was ist, wenn die Kurzarbeit während der Weiterbildung endet?

Wie das Ministerium erklärt, können die Zuschüsse für eine während der Kurzarbeit begonnene Weiterbildungsmaßnahme auch dann weitergezahlt werden, wenn der Kurs erst nach Ablauf der Kurzarbeit endet. Zuschüsse zum Arbeitsentgelt werden nach Beendigung des Kurzarbeitergeldbezugs nicht weiter bezahlt. Von Amelie Breitenhuber, dpa


Welche Weiterbildung kommt jetzt in Frage?

Das Landesnetzwerk für Weiterbildungsberatung – eine Schlüsselinstanz in und nach der Krise.

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Die in Zeiten der Pandemie gebotenen Einschränkungen stellen unsere Gesellschaft vor extreme Herausforderungen. Zwischenmenschlicher Austausch und Zusammenarbeit verlagern sich in den virtuellen Raum. Dabei wird immer deutlicher, dass es sich nicht um ein vorübergehendes Problem handelt, sondern um eine neue Normalität. Das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung Baden-Württemberg (LN WBB) bietet hier mit seinen flächendeckend verteilten Mitgliedseinrichtungen in und nach der Krise unterstützende Beratung an.

Wie kann es für mich persönlich und beruflich weitergehen? Verspricht eine Weiterbildung eine sicherere Zukunft? Was sind zukunftsfähige und sinnvolle Ergänzungen meiner Qualifikationen und wo werden diese gebraucht? Welche Weiterbildung kommt für mich jetzt in Frage und wo finde ich passende Weiterbildungsformate? Welche Finanzierungsund Fördermöglichkeiten habe ich? Auf diese und viele weitere drängende Fragen finden die Ratsuchenden in den qualifizierten und interessensensiblen Beratungen Antworten, Orientierung und Unterstützung für zielführende Lösungen.

Beratung über das LN WBB wird auch telefonisch, per Video-Telefonie und als Chat-Beratung angeboten – kostenfrei und trägerneutral.

Das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung BW, dessen Träger der Volkshochschulverband Baden-Württemberg ist und das vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gefördert wird, umfasst aktuell über 170 Mitgliedseinrichtungen, deren qualifizierte Beratende zu allen Fragen der persönlichen und beruflichen Weiterbildung beraten und unterstützen. Die Beratungsbereiche umfassen unter anderem berufliche (Neu-)Orientierung, Kompetenzermittlung, zweiter Bildungsweg und /oder Schulabschluss nachholen, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten von Weiterbildungsmaßnahmen, Nacherwerbsphase, sowie Integration, Sprachen, Gesundheit, Soziales und Qualifizierung für ein Ehrenamt.

Info
www.bildung-bringt-weiter.de
www.lnwbb.de/in-ihrer-region
           

Präsenz und Online

Private Schulen sind den aktuellen Herausforderungen gewachsen.

Schulen in freier Trägerschaft haben frühzeitig, noch vor und während der letzten Sommerferien an ihren Konzepten zur digitalen Bildung weitergearbeitet, so dass sie gut vorbereitet auf die Herausforderungen des aktuellen Schuljahres reagieren konnten. Ziel der Schulen in freier Trägerschaft ist es, Unterricht in der Schule durchzuführen und bedarfsweise oder als Ergänzung auf Hybrid- oder Fernunterricht umzustellen. „Private Schulen sind diesen Herausforderungen gewachsen“, sagt Klaus Vogt, Präsident des Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). 91 Prozent der Bildungseinrichtungen im VDP nutzen digitale Lernplattformen. Vor allem digitale Klassenzimmer, Chats und Lernfilme bilden unter den digitalen Möglichkeiten die Lernwelt der Schülerinnen und Schüler an einer Privatschule. Gleichzeitig betont der Präsident des VDP: „Private Schulen bieten jedoch viel mehr als digitale Unterrichtsformen. Sie sind vielfältig und bunt, so dass auch gemeinschaftliche Begegnungen, soziale Interaktionen und die Nähe unter den Schülerinnen und Schüler sowie zu den Lehrern eine entscheidende Rolle für das Schulleben spielen und durch die Digitalisierung nicht ausschließlich zu ersetzen sind.“

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