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Neubau, Umbau & Sanierung

Haus mit Geschichte

Im Schlosshof von Gomaringen: Sieben neue Wohnungen und ein Tiny House

21.06.2020
Das Kernsche Haus mit dem großen verglasten Scheunentor. Mit ihm ist nun auch das letzte Gebäude im Gomaringer Schlosshof renoviert worden.

Das Kernsche Haus mit dem großen verglasten Scheunentor. Mit ihm ist nun auch das letzte Gebäude im Gomaringer Schlosshof renoviert worden.

Ein Herzensprojekt in privater Sache ist die Sanierung des Schlosshofes 2 und 3 in Gomaringen für Architekt Gottfried Haefele. Nachdem sein Tübinger Architekturbüro schon etliche der denkmalgeschützten Gebäude in der Gomaringer Ortsmitte renovierte – vor fast 30 Jahren das Schloss, es folgte der Farrenstall, die Musikscheuer, das Rote Haus – erwarb er vor zwei Jahren das Kernsche Haus. Es wurde im Jahr 1683 als Wohnhaus mit Scheune, Küferei und Lagerräumen erbaut und ist eines der ältesten Häuser in Gomaringen. „Mit viel Freude und Spaß“ und mit ausgesuchten Handwerkern sanierte Gottfried Haefele das denkmalgeschützte Gebäude – immer behutsam und mit Respekt vor der historischen Substanz, dabei die Ansprüche für modernes Wohnen im Blick.

Haefele Architekten BDA

Entstanden sind in der Ortsmitte von Gomaringen sieben moderne Wohnungen, die den Charme der Geschichte spüren lassen. Sie werden demnächst vermietet, ebenso wie das moderne Tiny House im Schlosshof 3, das mit den Überlegungen zu den Stellplätzen entstanden ist. „Den Platz nur für einen Carport zu verschenken, hätte ich zu schade gefunden“, sagt der findige Architekt. „Statt von einem einfachen Dach werden die Autos jetzt von einem 96 Quadratmeter großen, modernen Wohnhaus überdacht.“

Stahl und Glas, Holz mit Flößerspuren

Ein Hingucker ist das große verglaste Scheunentor des Kernschen Hauses. Ein Teil des ursprünglichen Scheunentors findet sich an der Haustür wieder: eines von vielen Beispielen, wie charmant alte und neue Bauteile miteinander harmonieren. Vom modernen geräumigen Treppenhaus mit Stahltreppe erschließen aus sich die Wohnungen. Sieben Wohnungen sind in der Scheune und in dem auf die 50er-Jahre zurückgehenden Anbau untergebracht, die kleinste mit 35, die größte mit 116 Quadratmetern. 520 Quadratmeter Wohnfläche sind es insgesamt. Im ehemaligen Stall im Erdgeschoss befindet sich die Haustechnik samt Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Links davon die Küferwerkstatt. Sie ist „betriebsbereit mit Hobelmaschinen und Original-Werkzeugen“, so Haefele. Für den angrenzenden, barrierefreien Raum mit WC und Teeküche, dem ehemaligen Holzlager, sind verschiedene Nutzungen angedacht, sowohl von den Bewohnern im Haus als auch von externer Seite, wie VHS-Kurse oder Seniorentreffs. Im Anbau befindet sich die 67 Quadratmeter große Wohnung. Sie ist barrierefrei und hat eine kleine Terrasse. Drei Wohnungen sind im ersten Obergeschoss, drei weitere unter dem Dach. Zwei davon erstrecken sich als Maisonette-Wohnungen ins zweite Dachgeschoss – es sind die geräumigsten Einheiten im Haus. Der Dachstuhl ist hier weitgehend freigelegt und lässt das Gebälk mit den Flößerspuren Teil einer charakteristischen und individuellen Inneneinrichtung werden.

Für zeitgemäßen Wohnkomfort sorgt eine hochwertige Ausstattung mit Parkettböden, farblich pigmentiertem und versiegeltem Sichtestrich, modernen Einbauküchen, hellen Bädern und Fußbodenheizung. Auch Freisitze mit Balkonen, Terrassen, Loggia und Gärtchen gehören dazu. „Denkmalschutz ist ein wichtiges Thema bei der Sanierung eines solchen Gebäudes“, sagt Haefele, „aber auch immer wieder eine spannende Herausforderung.“ Diese haben die Verantwortlichen im Kernschen Haus perfekt gemeistert.
  

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