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Beruf & Bildung

Fürs Leben gemacht

Die Innungsschreiner erfüllen individuelle Wünsche – kreativ und nachhaltig

21.07.2021

Normalerweise stellen die frischgebackenen Schreinergesellen aus den Kreisen Tübingen und Reutlingen Mitte Juli ihre Gesellenstücke der Öffentlichkeit vor. Coronabedingt fand die Präsentation in der Tübinger Berufsfachschule dieses Jahr bereits zum zweiten Mal ohne Publikum statt. Eine Jury zeichnet die besten Stücke aus, die dann für den landesweiten Gestaltungswettbewerb vorgeschlagen werden.
   

Die Jungschreiner bewiesen ihr Können und ihre Fertigkeiten an den unterschiedlichsten Werkstücken – darunter ein Garderobenschuhschrank, ein Schreibtisch, eine Vitrine und sogar eine Reisewerkstatt.
  

Ein motivierender Beruf

„Im Schreinerhandwerk sind wir mit Nachwuchs noch gut versorgt“, ist Innungsobermeister Helmut Schäfer froh. „Das Interesse der jungen Menschen an kreativen Ausbildungsberufen wie Schreiner ist glücklicherweise bis dato noch anhaltend. Der Umgang mit dem Werkstoff Holz macht an sich bereits Spaß. Nachhaltige Produkte mit den eigenen Händen gefertigt zu haben, das erfüllt die Azubis mit Stolz – und das fertige Werkstück präsentieren zu können, ist ein schönes Gefühl.“
  

   
Im Schreinerhandwerk ist für Auszubildende wie auch für alle Mitarbeiter der gesamte Prozess einer Fertigung gläsern und einsichtig. Der Mitarbeiter bekommt von Anfang bis Ende, das heißt von der Beratung und Planung über Fertigung bis zur Freude beim Einbau der Auslieferung des Produktes alles mit.
   

  
Innungsbetriebe gut aufgestellt

Die Mitgliedsbetriebe der Tübinger Schreinerinnung verzeichnen eine insgesamt gute Entwicklung und Auftragslage, berichtet der Innungsobermeister. Daran habe auch die Coronapandemie nichts geändert. Allerdings waren die Umsetzung der Hygieneverordnungen und die fast täglich neuen Anpassungen mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. „Wir freuen uns, wenn hoffentlich bald wieder ein normaler Betriebsablauf möglich sein wird“, wünscht Helmut Schäfer sich und seinen Kollegen.
  

Fürs Leben gemacht Image 3

Die aktuelle Herausforderung für die Betriebe sind die massiv gestiegenen Preise für Holz und andere Werkstoffe. „Wir können unsere Angebote derzeit nur maximal vier Wochen halten“, so Schäfer, „wewegen der schlechten Planbarkeit ist das eine sehr unbefriedigende Situation, sowohl für Betriebe als auch für Architekten und Kunden.“

Bleibende Werte

Der wichtigste Baustoff der Schreiner – Holz – weist eine neutrale CO2-Bilanz auf und ist in diesem Sinne in Sachen Baubiologie konkurrenzlos. Das ist nur einer der Gründe, warum Schreiner schon immer umweltfreundlich und klimaschonend produzieren. „Aufkommende Werbeslogans wie ‚Geiz ist geil‘ und das daraus resultierende Kaufverhalten hat leider auch in Sachen Möbel und anderer Produkte aus Holz die Wegwerfmentalität geprägt“, bedauert Helmut Schäfer. Billig im Ausland produzierte Massenware stehe spätestens nach dem ersten Umzug mit dem Sperrmüll am Straßenrand. „Im Schreinerhandwerk produzierte Produkte halten dagegen lebenslang“, betont Schäfer.
  

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