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Dienstleistungen

Ein Handwerkersiegel, das Vertrauen schafft

60+ ist eine gelungene Kooperation zwischen der Kreishandwerkerschaft Tübingen und dem Kreisseniorenrat.

12.07.2019
Archivbild: drubig-photo - Fotolia.com

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Lange selbständig sein und auch im Alter noch in den eigenen vier Wänden wohnen: das wünscht sich jeder. Eine Wohnung muss für betagtere Menschen anderen Ansprüchen genügen, wie in jungen Jahren. So sind spezielle Hilfsmittel und Umbauten in der Wohnung nötig, um sich das Leben zu erleichtern. Um den Best-Agern die Wahl für die passenden und vertrauenswürdigen Handwerksbetriebe zu erleichtern, haben die Kreishandwerkerschaft mit dem Kreisseniorenrat kooperiert und das Markenzeichen „Fachbetrieb für seniorenfreundliche Handwerksbetriebe“ ins Leben gerufen.

Heute ist das System seit drei Jahrzehnten etabliert. „Wir sind dem Kreisseniorenrat dankbar, der der Initiator war, dass er unsere Handwerksbetriebe mit ins Boot genommen hat. Schon zur damaligen Zeit war es klar, dass der Fokus bei Handwerksleistungen vermehrt auf die Bedürfnisse der Generation „60Plus“ zu richten ist. Im Lauf der Jahre hat sich ein attraktives Angebot entwickelt. Das Handwerk übernimmt nun auch eine soziale Rolle mit der Beratung älterer Menschen“, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Tübingen Gerold Imhof.


Ein Handwerkersiegel, das Vertrauen schafft Image 1

"Für beide Seiten – Handwerker und Kunde - ergibt sich eine Win-Win-Situation, was die ganze Sache für beide Parteien interessant macht."

Gerold Imhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Tübingen



Die Vorteile, die diese Kooperation mit sich bringt sieht Imhof darin, dass Handwerksbetriebe auf die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen von älteren Menschen geschult und besonders wichtig – sensibilisiert werden.

Um eine bedarfsgerechte Beratung zu garantieren, sei es notwendig, dass die Handwerker sich in die ältere Kundschaft hineinfühlen können. Hier kommt der Kreisseniorenrat aktiv mit ins Spiel. Er unterstützt die Kreishandwerkerschaft bei Schulungen und der Vermittlung von Handwerkern. Die Kreishandwerkerschaft wiederum kümmert sich um die laufende Weiterbildung bereits qualifizierter Betriebe und um Werbemittel.

„Die Vorteile für die Kunden liegen auf der Hand: Der Handwerksbetrieb hat gelernt, was „alt sein“ bedeutet, welche Anforderungen kranke, ältere oder behinderte Menschen haben, welche gesundheitlichen Einschränkungen es gibt, welche Möglichkeiten man in Wohnungen umsetzen kann, wo es Fördergelder oder sonstige Unterstützung für den Kunden gibt. Der Handwerker unterwirft sich auch einer Selbstverpflichtung und einem Bewertungssystem, welches die Qualität sichern soll. Service und Kundenorientierung sind hoch angesiedelt. Ziel ist es, dass Kunden dem Siegel „60+ Fachbetrieb“ vertrauen können“, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Die Handwerker haben diese Initiative schätzen gelernt. So sind es zwischenzeitlich über 110 Handwerksbetriebe, die das Siegel als 60+ Fachbetrieb besitzen.


Wie will ich im Alter leben?

Michael Lucke über das Wohnen im Alter und die besonderen Ansprüche.

Michael Lucke, Vorsitzender Kreisseniorenrat Tübingen
Michael Lucke, Vorsitzender Kreisseniorenrat Tübingen

Frieda O. wünscht sich für ihr Wohnen im Alter, in der lieb gewonnenen und gewohnten Umgebung zu bleiben. Sie lebt gerne zu Hause, denn hier kennt sie jede Ecke und findet auch im Dunkeln jeden ihrer Lichtschalter. Diesen Wunsch hat nicht nur Frieda, sondern auch viele andere Senioren. Wenn die Mobilität nachlässt, werden die eigenen vier Wände immer mehr zum Mittelpunkt des Lebens. Wer möchte da schon auf die gewohnte Wohnqualität verzichten?

Mit einem barrierefreien Wohnungsumbau lässt sich dieser Wunsch, zu Hause wohnen zu bleiben, erfüllen. Wenn das Haus allerdings zu groß wird oder die Pflege nicht mehr zuhause erbracht werden kann oder Sie alleine leben und sich Gesellschaft wünschen, bieten sich andere Wohnformen als Alternative an. Mittlerweile existieren komfortable und sorgenfreie Wohnformen – von den Senioren- und den Pflegewohnungen bis zum gemeinsamen Zusammenleben mit anderen Generationen. Zugegebenermaßen ist das Angebot im Landkreis Tübingen noch sehr gering, aber wenn die Menschen über 50 Lebensjahren deutlich ihre Wünsche äußern, wird sich daran auch etwas ändern.

Altersgerecht zu wohnen bedeutet zunächst barrierefreies Wohnen, ohne Hindernisse. Darüber hinaus ist die zusätzliche Unterstützung der eigenen Familie, von nahestehenden Freunden, Nachbarn oder externen Begleitdiensten, ein weiterer wichtiger Baustein.

Im Wohnbereich selbst ist beispielsweise genügend Platz für den Einsatz von Gehhilfen mit entsprechend breiten Türen, rutschfesten Böden, Hilfselementen im Badezimmer sowie ordentlicher Beleuchtung wichtig. Zusätzlich zählen weitere weiche Faktoren zum altersgerechten Wohnen: soziale Kontakte, direkte Anbindung an den ÖPNV oder an ein Bürgerauto, fußläufig erreichbare Ärzte, Geschäfte, Kultur und Unterhaltung in der Nähe. Zu der Frage, ob und wie Ihr Haus umgebaut werden kann, steht Ihnen die Wohnberatung des Kreisseniorenrates sehr gerne zur Verfügung. Sofern dann eine bauliche Anpassung der Wohnung sinnvoll ist, sind die örtlichen Handwerksbetriebe die zuverlässigen Ansprechpartner. Seit vielen Jahren sind Kreisseniorenrat und Kreishandwerkerschaft in dem Projekt „Fachbetrieb für seniorenfreundliche Handwerksleistungen“ partnerschaftlich verbunden. Entsprechende Informationen über die beteiligten Betriebe gibt es beim Kreisseniorenrat.

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