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Neubau, Umbau & Sanierung

Drei unter einem Dach

Die Gomaringer „Kindlersche Fabrik“ ist jetzt eine „Ratsfabrik“.

08.05.2020
Im Bild links ist der vollständig entkernte Mittelteil der Kindlerschen Fabrik zu sehen. Rechts das neue Rathaus von Gomaringen. Bilder: Angela Hammer/Gemeinde Gomaringen

Im Bild links ist der vollständig entkernte Mittelteil der Kindlerschen Fabrik zu sehen. Rechts das neue Rathaus von Gomaringen. Bilder: Angela Hammer/Gemeinde Gomaringen

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit hat sich die ehemalige Kindlersche Fabrik in eine „Ratsfabrik“ verwandelt – Rathaus mit Bürgerbüro sowie der Polizeiposten Gomaringen. Ende April sind die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in die umgestaltete Miederwaren-Fabrik eingezogen. Es folgt noch der Umzug der Polizei. Die Gesamtkosten betrugen rund 13,5 Millionen Euro, wovon 7,4 Millionen Fördergelder einflossen. Im Herbst 2017 haben die umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen begonnen, mit denen das Reutlinger Architekturbüro Riehle und Assoziierte beauftragt wurde. Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen.

„Das denkmalgeschützte Gebäude ist ein Industriedenkmal mit einer ansprechenden und außergewöhnlichen Architektur des beginnenden 20 Jahrhunderts. Unser Anliegen war es, Altes zu bewahren und mit dem Neuem zu verbinden“, so Architekt Albert Hörz.

Drei unter einem Dach

Am Eingang an der Lindenstraße 63 befinden sich Parkplätze für Autos und Fahrräder, die jeweils mit einer Ladestation versehen sind. Begrüßt werden die Besucher in Zukunft mit einer Stele aus Corten-Stahl, die symbolisch die Sehenswürdigkeiten von Gomaringen und der Partnerstadt Acis-sur-Aube zeigt. Bei Abenddämmerung sind die Vorder- und Rückseiten des Gebäudes in Licht getaucht. Das Rathaus mit seinen Mitarbeitern befindet sich im Erd- und Obergeschoss in der Lindenstraße 63. Ins „Souterrain“ zieht die Polizei (Eingang Bahnhofstraße) ein.

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eissler Vermessungsbüro
Riehle+Assoziierte GmbH+Co.KG

Der Haupteingang des Rathauses an der Ostseite ist an den Briefkästen zu erkennen. „Wir haben auch etwas für den Naturschutz getan“, meint Bürgermeister Steffen Heß. Am Kamin und auf dem Dach gibt es Brutkästen für Schwalben und Falken sowie für Fledermäuse. Die eisernen Tore vor dem Polizeiposten sind restauriert, allerdings jetzt fest montiert. Auch die alten Korbbogenfenster bei der Polizei (und im Hauptamt) konnten erhalten bleiben. „Sie zählen zu einer der außergewöhnlichsten architektonischen Besonderheiten des Baus“, erklärt Architekt Albert Hörz. „Die Fenster wurden energetisch noch etwas optimiert.“ 

Die neuen Innenräume

Auffällig sind die hohen Räume und großen Fensterfronten, die im ganzen Gebäude viel Licht in die Räume lassen. Für den Sonnen- beziehungsweise Blendschutz sorgen Screens, die mit Wind- und Lichtsensoren ausgestattet sind. Ihre Struktur erlaubt sogar noch einen Blick nach draußen.

Die Abteilungen des Rathauses haben eine praktische Leitfarbgebung erhalten und zeigen dem Besucher, wo er sich gerade befindet. Rot steht für die Kämmerei, grün für den Bereich des Bürgermeisters, gelb für das Bauamt und blau für das Hauptamt.

Schön und großzügig geschnitten ist der Sozialraum „Bellavita“, der nach einer ehemaligen Marke der Kindlerschen Fabrik benannt wurde.

Im Büro des Bürgermeisters sind verschiedene Obsthölzer wie Kirsche, Birne oder Zwetschge verbaut. Sie stammen allesamt aus dem Privatfundus von Heß, der das Schreinerhandwerk erlernt hat.

An das Bürgermeisterbüro schließen sich die Fraktions- und Besprechungsräume „Roßbergblick“, „Himmelreich“ und „Wiesaz“ an.

Das Prunkstück ist zweifelsohne der große Sitzungssaal, dessen mobile gläserne Trennwände nach Westen geöffnet werden können. Im Nebenraum stehen moderne Medientechniken bereit. Der Saal wird zukünftig nicht nur für Meetings, sondern auch für die öffentliche Nutzung bereitstehen. Bis zu knapp 200 Personen haben hier Platz.

Moderne Techniken

Im gesamten Gebäude haben modernste Techniken Einzug gehalten – ob das die Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Elektroinstallationen, Beleuchtung, der Sonnenschutz oder die Medientechnik sind. Geheizt wird mit moderner Gas-Brennwerttechnik, die auch die Bibliothek mit Wärme versorgt.

Eine Photovoltaikanlage ist auf dem Dach installiert. Im Keller befindet sich eine neue Lüftungsanlage, die für das Archiv mit seinen teilweise wertvollen historischen Akten für ein gutes Klima sorgt.

„Ich danke der Bürgerschaft, dass sie den Erhalt des Gebäudes ermöglicht hat. Nun hat Gomaringen eine schöne Ortsmitte, die aus dem Rathaus, der Bibliothek und dem Schloss besteht“, so der Bürgermeister.

    

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