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Hagel- und Sturmschäden

Den Stürmen trotzen

Wie unwettersicher ist Ihr Dach?

01.07.2021
Das nächste Unwetter kommt sicher. Aber wie sicher ist das Dach davor? Bild: Dachdeckerhandwerk BW

Das nächste Unwetter kommt sicher. Aber wie sicher ist das Dach davor? Bild: Dachdeckerhandwerk BW

Stürme sorgen für die mit Abstand größten Elementarschäden in den Bilanzen der Gebäudeversicherungen. Oftmals tragen Hausbesitzer, Hausverwaltungen und unqualifizierte Handwerker die eigentliche Schuld an den Sturmschäden.


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Nach der „Wind-Norm“ DIN 1055-4 ist das Bundesgebiet in vier Windlastzonen aufgeteilt. Die Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks geben exakt vor, welche Sicherungsmaßnahmen in welcher dieser Zonen bei welcher Dacheindeckung für jetzt erstellte Dächer zu treffen sind. Die Palette reicht von den Vorgaben zur Befestigung der Unterkonstruktion (Nägel, Schrauben) bis zur Verschraubung und/oder der Verklammerung der Eindeckungselemente mit speziellen Sturmklammern.

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Gerade im Bereich des Ortgangs – also der seitlichen Dachabschlüsse – und im oberen Firstbereich auf der windabgewandten Seite ist die Gefahr von Sturmschäden am größten. Denn nicht der Winddruck ist die Ursache für kapitale Dachschäden, sondern der enorme Windsog. Fehlt die entsprechende Windsogsicherung nach den Dachdecker-Fachregeln, können schon wenige Dachziegel, die vom Sturm abgehoben werden, der Auslöser für ein nachfolgend komplett abgedecktes Dach werden. Grund Nummer 2 für Sturmschäden ist die vernachlässigte Dachwartung. Fehlende Windsogsicherungen oder kleine Mängel an der Eindeckung können im Rahmen einer jährlichen Dachüberprüfung vom Dachdecker-Innungsbetrieb zuverlässig aufgespürt werden.

Schon aus diesem Grund gehen Gebäudeversicherer bei Sturmschäden vermehrt dazu über, den Nachweis einer regelmäßigen Dachwartung vor der Schadensregulierung zu fordern. Werden bei einem Sturm durch umherfliegende Dachteile sogar Dritte geschädigt und die Dachwartung wurde unterlassen, kann die Versicherung den Hausbesitzer beziehungsweise die Hausverwaltung in Regress nehmen.

Die beste „Versicherung“ ist in jedem Fall die fachgerechte Ausführung der Eindeckung und aller Reparaturen sowie die regelmäßige Dachwartung durch einen Dachdecker-Fachbetrieb.

Schaden am Auto

Welche Versicherung zahlt?

Bei stürmischen Wetter kann geparkten Autos durchaus mal was auf’s Dach fallen. Aber welche Versicherung zahlt eigentlich dann am Ende für die Schäden? Sturmschäden am Auto sind ein Fall für die Kaskoversicherung. Daneben übernimmt die Teilkasko nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) auch Folgen von Unwettern wie etwa Blitzschlag, Brand, Hagel oder Überschwemmung. Manche Versicherer definieren Sturm zwar erst ab einer gewissen Stärke, meist ab Windstärke 8. Doch in der Praxis gäbe es auch darunter in der Regel kaum entsprechende Schäden, so der GDV.

Die Schäden dokumentieren Fahrzeughalter und -halterinnen am besten per Kamera. Nach der Meldung bei der Versicherung spricht man alles Weitere ab – etwa welche Werkstatt die Reparatur übernimmt. Weitere Beschädigungen müssen Betroffene aber minimieren. Das heißt, beispielsweise zerbrochene Scheiben so mit Folie abzukleben, dass kein Regen ins Auto kommt.

Eine Vollkaskoversicherung erweitert grundsätzlich die Leistungen einer Teilkasko. Sie übernimmt beispielsweise auch selbst verursachte Schäden, auch die Windstärke spielt keine Rolle mehr. Je nach Vertragsbedingungen und Schadenhöhe zahlt die Kaskoversicherung die Reparaturkosten, den Neu- oder Wiederbeschaffungswert. Eine vereinbarte Selbstbeteiligung müssen Versicherungsnehmer aber immer zahlen. Bei einer Vollkaskoversicherung wird der Kunde nicht in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft, so der GDV. Nur nach einem selbstverschuldeten Schaden erfolgt eine Rückstufung. dpa 
         

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