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Neubau, Umbau & Sanierung

„Brücken bauen“ im Quartier

Die private Bauherrngemeinschaft Wolle+ hat gemeinsam mit der kit jugendhilfe das „Brückenhaus“ sowie das „Haus am Park“ am Neckarufer abseits der Gartenstraße gebaut.

14.07.2021
Mit der Drohne schön erkennbar: das Brückenhaus mit Dachterrasse und vorne das Haus am Park zur Gartenstraße hin.

Mit der Drohne schön erkennbar: das Brückenhaus mit Dachterrasse und vorne das Haus am Park zur Gartenstraße hin.

Es ist ein neuer Stadtteiltreff entstanden, das Brückenhaus direkt am Tübinger Stauwehr. Wie kann gelebte Integration und die Teilhabe zugewanderter, geflüchteter oder sozial schwach gestellter Menschen gelingen? Gerade im Gebiet der Schaffhausenstraße, der Gartenstraße, in der Sidler- und Werkstraße sind diese Herausforderungen besonders aktuell.  


SM BW Architekten Maier+Wenzel

Nun gibt es seit Anfang 2020 mit dem neu gebauten Stadtteiltreff Brückenhaus einen Ort, an dem viele Fragen beantwortet und Lösungen gesucht werden können. 


Yonder - Architektur und Design

Das Brückenhaus gehört zu einem großen 2020 fertig gestellten Gebäudekomplex in der Werkstraße, neben dem Stauwehr am Neckar. Ehemals war dies ein Werksgelände der Stadtwerke. Der Träger ist die kit Jugendhilfe, die gemeinsam mit der privaten Bauherrengemeinschaft Wolle+ das Haus gebaut hat. Es sind im Haus am Park, zur Seite des Kinderspielplatzes in der Gartenstraße, zwölf Wohnungen entstanden.


Felix Mildner Tragwerksplanung

Vom Mikroappartement bis hin zu Wohnungen mit einer Fläche von 100 Quadratmetern. Den Bauherren war eine große Wohnvielfalt wichtig. Für zehn Jahre wurde die Vermietung der Wohnungen festgelegt, nach neun Jahren werden die Bauherren das erste Mal gefragt, ob sie im zehnten Jahr selbst einziehen möchten.

Es wurde modular gebaut, so dass die Wohnungen verändert werden können, je nach Größe der Familien. „Wir haben uns bewusst für Clusterwohnungen entschieden“, so Dr. Gerd Kuhn, Wohnsoziologe und Stadtforscher und gleichzeitig Mitglied bei Wolle+, der privaten Bauherrengemeinschaft.

„Die schöne und exponierte Lage am Fluss trug maßgeblich zur Entscheidungsfindung bei“, so Kuhn. Gemeinsam wollte man Ideen weiter und vor allem zusammen denken. „Für ein lebendiges Miteinander und soziale Integration braucht es Räume für Begegnung, Netzwerk, eben Brückenbauer“, so Dr. Matthias Hamberger, Vorstand der kitJugendhilfe.

Mit dem Kubus am Neckar ist ihnen das gelungen. Hybride Räume, die sowohl nach außen als auch nach innen transparent sind, eine Fläche von rund 165 Quadratmetern im Erdgeschoss mit variablen Unterteilungsmöglichkeiten. In Verbindung mit den direkt anschließenden öffentlichen Flächen und dem Zugang zum Neckar sind hier tolle neue Möglichkeiten für Begegnung entstanden. Architektonisch war und ist der Plan so, dass parallele Nutzungen möglich sein sollen.


"Es ist alles offen gebaut. Keine Tore, keine Mauern – statt Abgrenzung wollen wir Öffnung ins Quartier."

Dr. Matthias Hamberger, kit jugendhilfe Vorstand des Vereins und Leiter der Einrichtung


Der große Veranstaltungsraum ist unterteilbar in ein Café und einen Raum für Begegnung inklusive Spielecke. Darüber hinaus sind drei Gruppen-, Beratungs- und Büroräume für Gespräche in kleinerer Runde möglich. Auch als Anlaufstelle der Stadtteilsozialarbeit sowie als Kontaktstelle für die Beratungsangebote des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) dienen die Räume – allesamt barrierefrei. Im Obergeschoss des Brückenhauses wurde eine sogenannte Clusterwohnung errichtet. Diese kann auch bis zu vier kleine Einheiten ergeben – je nach Bedarf. Diese Wohnungen sind für alleinerziehende Mütter oder Väter gedacht und werden sehr gut angenommen.


Der Brückengarten

Ein ganz besonderes Gemeinschaftsprojekt

Nicht unweit des Neubaus entfernt, hinter den Tennisplätzen Richtung Lustnau liegt die ehemalige Gärnterei Schreiner. Der stillgelegte Garten wird vom Brückenhaus und der aktiven Nachbarschaft vorerst bis zum Beginn der geplanten Renaturierung des Neckars bewirtschaftet und ist ein toller Ort für gelebte Integration. „Für viele ist allein die Arbeit mit der Erde schon sehr heilsam,“ so Angelika Reicherter vom Brückenhaus. „An diesem schönen Ort kommen die Bewohner zusammen und pflanzen von Gemüse bis hin zu Kamille alles an.“ Schön wäre es, wenn der Garten als Nachbarschaftsprojekt noch lange erhalten bliebe. 
    

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