Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere Informationen
Anzeige

Firmenportraits, Jubiläen & Ortportraits

Behutsam zusammengewachsen

Die Gemeinde Ammerbuch lebt von den unterschiedlichen Charakteren ihrer sechs Teilorte – und profitiert vom Zusammenschluss.

08.04.2019
Das Foto aus dem Sommer 1958 zeigt unter anderem das Firmengelände der Firma Maico in der damals selbstständigen Gemeinde Pfäffingen. Der Motorradhersteller meldete Mitte der 1980er-Jahre Konkurs an, die Anhänger der Kultmarke treffen sich aber immer noch regelmäßig – am 2. Juni beispielsweise in Herrenberg-Gültstein. Bild: Gemeinde Ammerbuch

Das Foto aus dem Sommer 1958 zeigt unter anderem das Firmengelände der Firma Maico in der damals selbstständigen Gemeinde Pfäffingen. Der Motorradhersteller meldete Mitte der 1980er-Jahre Konkurs an, die Anhänger der Kultmarke treffen sich aber immer noch regelmäßig – am 2. Juni beispielsweise in Herrenberg-Gültstein. Bild: Gemeinde Ammerbuch

In zwei Jahren feiert die Gemeinde Ammerbuch ihr 50-jähriges Jubiläum. 1971 schlossen sich sechs bis dahin eigenständige Ortschaften im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform zusammen: Altingen, Breitenholz, Entringen, Pfäffingen, Poltringen und Reusten. Der Name Ammerbuch wurde nach der landschaftlichen Lage zwischen Ammertal und Schönbuch gewählt. Mit rund 11 500 Einwohnern ist Ammerbuch heute die viertgrößte Gemeinde im Landkreis Tübingen.

Identität erhalten

In den vergangenen knapp fünf Jahrzehnten sind die Ortschaften behutsam zusammengewachsen. „Gleichzeitig hat jeder Ort seine eigene Identität, Kultur und Tradition erhalten“, betont Ammerbuchs Bürgermeisterin Christel Halm. Sie lebt seit 35 Jahren in der Gemeinde, war von 1994 bis 2004 Ortsvorsteherin von Reusten und leitet seit 2014 die Verwaltung der Gesamtgemeinde.

Als ländlich und familiär geprägt charakterisiert sie die kleineren Orte Reusten und Breitenholz. „Hier kennt jeder jeden, man passt auf sich auf“, so Halm. Ein gutes Miteinander – das gelte auch für das einwohnermäßig etwas größere Poltringen. Altingen als zweitgrößter Gemeindeteil ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen und hat sich auch für Pendler zu einem beliebten Wohnort mit ausgezeichneter Infrastruktur entwickelt. Das Gewerbe in Altingen ist überwiegend mittelständisch geprägt, einige traditionsreiche Betriebe haben sich vom ursprünglich innerörtlichen Standort in das Gewerbegebiet „Hagen“ verlagert.

Pfäffingen war in den 50er und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Motorräder von „Maico“ weltbekannt. Heute sind es vor allem das Einkaufszentrum und das Ärztehaus, das Pfäffingen zu einem besonderen Anziehungspunkt für die Ammerbuchgemeinden macht. „Die ‚Spätzles-Mall‘ ist ein Segen für Ammerbuch und die umliegenden Ortschaften“, ist Halm überzeugt.

Entringen, last but not least, ist der größte Ortsteil von Ammerbuch – ein beliebter Wohnort mit guter Infrastruktur und hohem Freizeitwert, am Rande des Naturparks Schönbuch, eingebettet in Streuobstwiesen. Die Hauptverwaltung der Gemeinde hat hier ihren Sitz.


Auf einen Blick

1075
wurde Entringen erstmals urkundlich erwähnt. Es folgt Altingen im Jahr 1182, Pfäffingen im Jahr 1188, Poltringen im Jahr 1191 und Breitenholz im Jahr 1296. Für Reusten gibt es dazu verschiedene Quellen mit unterschiedlichen Angaben. Erstmals schriftlich sicher datierbar ist die Nennung von Reusten in einer Urkunde von 1288.

1971
Am 1. Dezember 1971 entstand die Gemeinde Ammerbuch durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Altingen, Breitenholz, Entringen, Pfäffingen, Poltringen und Reusten.


Gemeinsame Zentren

Auch wenn jeder Ortsteil seine Eigenheiten bewahrt hat, „in großen Dingen sind wir zusammengewachsen“, so Halm, „wir profitieren von den gemeinsamen Zentren und Institutionen, die wir uns nur einmal leisten müssen.“ Wie beispielsweise die neue Gemeinschaftsschule mit einer Zweifeld-Sporthalle, die in Entringen am Ortsrand errichtet und im vergangenen November eingeweiht wurde.

Die insgesamt elf Kindergärten in der Gemeinde Ammerbuch bieten zunehmend Ganztagsbetreuung an. „Da hat ein Wandel stattgefunden“, berichtet Halm, „durch das Einzugsgebiet Tübingen und Stuttgart sowie unsere gute Infrastruktur machen sich städtische Tendenzen bemerkbar.“

Generationen von Studenten und Professoren fanden den Weg ins legendäre Bergcafé auf dem Reustener Kirchberg, um sich von den Schwestern Marie und Sophie Haupt bewirten zu lassen, zu diskutieren oder einfach ein Schwätzle zu halten. 
Generationen von Studenten und Professoren fanden den Weg ins legendäre Bergcafé auf dem Reustener Kirchberg, um sich von den Schwestern Marie und Sophie Haupt bewirten zu lassen, zu diskutieren oder einfach ein Schwätzle zu halten. 

Die Ammertalbahn

Eine große Bedeutung für die Gemeinden hat die Ammertalbahn, die 1909 erstmals zwischen Herrenberg und Pfäffingen, ein Jahr später dann bis Tübingen verkehrte. 1966 stellte die Bahn den Personennahverkehr zwischen Herrenberg und Entringen ein. Im August 1999 wurde der Zugbetrieb zwischen Tübingen und Herrenberg wieder durchgängig aufgenommen.

„Die Ammertalbahn ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Gemeinde“, betont Christel Halm. Am 3. Mai ist Startschuss für die Regionalstadtbahn mit dem Modul 1, der Elektrifizierung der Ammertalbahn. In zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Beliebte Ausflugsziele

Neben der hervorragenden Infrastruktur und der guten Anbindung an die umliegenden Städte verfügt Ammerbuch auch über zahlreiche Ausflugsziele – wie beispielsweise das Schloss Hohenentringen und sein Biergarten mit dem gigantischen Blick übers Ammertal, das idyllische Entringer Freibad, das Wildgehege oder der Poltringer Flugplatz, wo man die Starts und Landungen der Segel- und Motorflieger beobachten kann. Kultstatus genoss das Bergcafé auf dem Reustener Kirchberg. Die Schwestern Marie und Sophie Haupt führten es bis in die 1990er-Jahre.

Der Entringer Musikverein beim autofreien Sonntag im Jahr 1981 auf dem Entringer Bahnhof. Bilder: Kunstverein Reusten, Reinhard Schmid
Der Entringer Musikverein beim autofreien Sonntag im Jahr 1981 auf dem Entringer Bahnhof. 
Bilder: Kunstverein Reusten, Reinhard Schmid

Mitte des vergangenen Jahres

wurde das legendäre Ausflugslokal von der Großnichte der Bergcafé-Gründerinnen und ihrem Mann wiedereröffnet. Engagiert in die Zukunft Christel Halm wünscht sich für ihre Gemeinde, „dass wir weiterhin eine so gute Atmosphäre in unseren Gremien haben und wir uns auch in Zukunft auf das außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement verlassen können.“ Und sie hofft, dass anstehende Projekte aus dem Sanierungsstau peu à peu abgearbeitet werden können. Auch die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Barrierefreiheit in der Gemeinde liegen der Ammerbucher Bürgermeisterin sehr am Herzen. „Wir setzen uns mit vollem Elan dafür ein, dass wir mit unseren Plänen Schritt für Schritt vorwärtskommen.“

Wie es früher war

Diese Verlagssonderveröffentlichung ist der Auftakt für eine dreiwöchige Zeitreise durch Ammerbuch: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet drei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts/Neckar Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!

Datenschutz