Anzeige

Neubau, Umbau & Sanierung

Ansprechend und würdevoll

Die Öschinger Aussegnungshalle ist fertig saniert. Morgen, Sonntag 10. April, können sich Interessierte bei der offiziellen Einweihung umschauen.

11.04.2022
Die Aussegnungshalle von außen mit der neuen Holzkonstruktion. Die bunten Glasfenster mit ihrem wunderschönen Farbenspiel. Bilder: Uhland2
Die Aussegnungshalle von außen mit der neuen Holzkonstruktion. Die bunten Glasfenster mit ihrem wunderschönen Farbenspiel. Bilder: Uhland2


Die alte Öschinger Aussegnungshalle, die aus dem Jahr 1971 stammt, war in die Jahre gekommen. So wurde vom Ortschaftsrat die Sanierung beschlossen und letztendlich 2019 mit den Umbauarbeiten begonnen. „Die Bauzeit hat sich unter anderem auch deswegen etwas in die Länge gezogen, weil bei der Bestandsaufnahme festgestellt wurde, dass das Kanalsystem defekt und durchwurzelt war. Es musste viel erneuert werden“, erklärt der Mössinger Baubürgermeister Martin Gönner. „Natürlich spielte auch die Pandemie eine Rolle und brachte große Verunsicherung. Unser Glück war, dass wir nur einheimische Handwerker beauftragt hatten und diese uns sehr gut unterstützt haben.“

Jetzt ist sie fertig, die Aussegnungshalle, und hat sich von einem tristen, unpersönlichen Gebäude zu einem Ort des würdevollen Abschieds und der Begegnung entwickelt.

Rempfer-Klaffschenkel Architekten PartGmbB

Neues, stimmiges Konzept

„Das ländlich geprägte Öschingen zeichnet sich durch eine starke Dorfgemeinschaft aus. Daher ist die Anzahl der Menschen, die Abschied nach dem Tod eines Gemeindemitglieds nehmen möchten, oft groß“, erklärt Martin Gönner. „Wir wollten daher einen definierten Ort schaffen, an dem würdevoll Abschied genommen werden kann, aber ebenso einen Ort mit einigen Sitzmöglichkeiten, um zu verweilen, auszuruhen, den Gedanken nachgehen zu können oder einfach nur, um bei einem Sommerschauer geschützt unterstehen zu können. Uns war zudem wichtig, die Grundsubstanz der Halle zu erhalten, sie allerdings zukunftsorientiert zu gestalten und ihr ein neues Farbkonzept zu geben“, erklärt er weiter.

Der äußere und innere Bereich

Die Aussegnungshalle wird von Betonmauern eingerahmt, die aber nicht massiv wirken, sondern wie eine Art große Fenster den Blick auf den ganzen Friedhof frei geben. Ein Hingucker ist die japanische Zierkirsche, die an der Stelle steht, an der zuvor ein Kirschbaum gestanden hat. „Schon in der anfänglichen Planungsphase war klar, dass hier wieder etwas wachsen muss. So ein Baum hat etwas Symbolisches. Er steht für das Leben, aber auch für das Vergehen. Wir haben uns gegen einen Obstbaum entschieden, da dieser im Sommer Insekten anlockt“, so der Baubürgermeister.   

Die Sitzbänke, das Rednerpult und die Decke sind aus Eichenholz.
Die Sitzbänke, das Rednerpult und die Decke sind aus Eichenholz.

In der Aussegnungshalle selbst stehen ein Rednerpult und Bänke aus Eichenholz. Die Bänke haben noch eine weitere Besonderheit: Sie sind nach dem Vorbild der Öschinger Kirchenbänke konstruiert. „Das war dem Architekturbüro Rempfer-Klaffschenkel sehr wichtig. Überhaupt war uns Ernst-Martin Rempfer, selbst ja Öschinger, in allem eine große Stütze“, betont Martin Gönner. Bei Bedarf können zu den Bänken noch weitere Stühle hingestellt werden. „Hier finden dann die näheren Familienmitglieder ihren Platz“, so Martin Gönner.

Die Holzdecke der alten Halle war dunkelbraun. Nach einem Abschliff erschien darunter helles, freundliches Eichenholz. Eine neue Holzkonstruktion an der Aussegnungshalle lässt das ganze Gebäude in sich etwas abgeschlossener wirken. „Wir haben für die Zukunft die Möglichkeit, in die neue Holzkonstruktion der Halle Glastüren einzusetzen, dann kann die Aussegnungshalle komplett geschlossen werden“, so Gönner.

Aus dem Dornröschenschlaf wurden auch die wunderschönen bunten Glasfenster, die aus der Originalzeit stammen, geweckt. Sie waren im Laufe der Jahre mit Gestrüpp zugewuchert. Nach der Rodung vor dem Gebäude konnten sie nun wieder zum Leuchten gebracht werden.

Im Nebengebäude befinden sich ein geräumiges, neu saniertes und behindertengerechtes WC, zwei Abschiedsräume und ein Zimmer für den Pfarrer, das mit neuester Tontechnik ausgestattet ist. Es gibt Lautsprecher für die Innenbeschallung und zusätzlich für das Friedhofsgelände.

Selbst bei den Wegeplatten haben sich die Planer ein Konzept überlegt: Im zentralen Bereich liegen größere Platten als im Außenbereich – der Friedhof selbst ist asphaltiert.

Die Betonwände bieten dank ihrer „Fenster“ einen Blick auf das Friedhofsgelände. Die Holzkonstruktion lässt das ganze Gebäude in sich etwas abgeschlossener wirken.
Die Betonwände bieten dank ihrer „Fenster“ einen Blick auf das Friedhofsgelände. Die Holzkonstruktion lässt das ganze Gebäude in sich etwas abgeschlossener wirken.

„Wir, das städtische Sachgebiet Hochbau und Gebäudemanagement und der Ortschaftsrat haben den Ort Stück für Stück geplant, uns seit Mitte 2018 erste Gedanken gemacht, haben die Lösungen reifen lassen und dann beschlossen, was wir umsetzen. Jetzt ist dieser Ort stimmig und in sich geschlossen“, ist sich der Baubürgermeister sicher.

Offizielle Einweihung

Die offizielle Einweihung findet morgen, Sonntag 10. April, ab 11 Uhr statt. „Es gibt eine ‚Feierstunde‘, in der die Räume alle geöffnet sind und man sich umschauen kann. Vor Ort werden der Oberbürgermeister Michael Bulander, der Ortsvorsteher Wolfgang Eißler sowie Baubürgermeister Martin Gönner sein, der das Konzept vorstellt und erklärt.
  

Datenschutz